NRW ver­schärft Flücht­lings-Check

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REISENER

Der Ab­gleich der Per­so­na­li­en mit der Bun­des­da­ten­bank wird au­to­ma­ti­siert.

DÜS­SEL­DORF Zwei der im Ju­ni in Deutsch­land ver­haf­te­te­ten Is­la­mis­ten, die ei­nen An­schlag auf die Düs­sel­dor­fer Alt­stadt ge­plant ha­ben sol­len, wur­den erst­mals im Früh­jahr 2015 in nord­rhein-west­fä­li­schen Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen re­gis­triert. Ei­ne Si­cher­heits­über­prü­fung der Män­ner fand da­mals nicht statt, „da kein ent­spre­chen­der An­lass vor­lag“, wie NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) jetzt in ei­ner noch un­ver­öf­fent­lich­ten Ant­wort auf An­fra­ge des CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gre­gor Gol­land ein­räumt.

In­zwi­schen baue Nord­rheinWest­fa­len ein Sys­tem zum au­to­ma­ti­sier­ten Ab­gleich der Per­so­na­li­en neu­er Flücht­lin­ge mit den Si­cher­heits­da­ten­ban­ken ver­schie­de­ner Be­hör­den auf. „Ne­ben di­gi­ta­len Fin­ger­ab­drü­cken wer­den auch bio­me­tri­sche Licht­bil­der der Asyl­su­chen­den zur zwei­fels­frei­en Wie­der­er­ken­nung ge­fer­tigt“, be­schreibt Jä­ger das neue Ver­fah­ren. Die bei die­sem Re­gis­trie­rungs­vor­gang ge­won­ne­nen Da­ten wür­den un­mit­tel­bar in die Kern­da­ten­bank des Bun­des über­mit­telt. „Dort fin­det ein au­to­ma­ti­sier­ter Ab­gleich mit Si­cher­heits­da- ten der Bun­des­be­hör­den statt“, sag­te Jä­ger.

Wie der In­nen­mi­nis­ter wei­ter er­klärt, wa­ren die Si­cher­heits­be­hör­den in NRW be­reits seit Fe­bru­ar 2016 über den an­geb­li­chen Ter­rorPlan in­for­miert. Kurz zu­vor hat­te sich ei­ner der an­geb­li­chen At­ten­tä­ter den fran­zö­si­schen Be­hör­den of­fen­bart. Er gab an, dass sich in Düs­sel­dorf zwei Selbst­mord­at­ten­tä­ter

Ralf Jä­ger (SPD) in die Luft spren­gen soll­ten, zwei an­de­re Ter­ro­ris­ten woll­ten mit Ge­weh­ren und Spreng­sät­zen wei­te­re Men­schen tö­ten. Die­se Aus­sa­gen hat­ten bei den deut­schen Be­hör­den Alarm aus­ge­löst.

Die vier jun­gen Sy­rer der „Düs­sel­dor­fer Zel­le“sol­len als Flücht­lin­ge über die Bal­kan­rou­te nach Deutsch­land ge­kom­men sein. Drei von ih­nen wur­den An­fang Ju­ni in Deutsch­land ver­haf­tet. Wei­ter­hin un­klar ist, ob es den Ter­rorplan wirk­lich je ge­ge­ben hat. Die Ver­däch­ti­gen sind zwar wei­ter in UHaft, aber noch nicht an­ge­klagt. Of­fen­bar man­gels aus­rei­chend be­las­ten­der Er­mitt­lungs­er­geb­nis­se.

Un­ter­des­sen dau­ert die Aus­lie­fe­rung der ver­bes­ser­ten Schutz­wes­ten, mit de­nen Jä­ger die NRW-Po­li­zei­strei­fen für den Ein­satz ge­gen Ter­ro­ris­ten wapp­nen will, län­ger als ge­dacht: Vie­le der 10.000 weit­ge­hend be­schuss­si­che­ren Wes­ten sol­len erst zum Jah­res­en­de aus­ge­hän­digt wer­den. Die Ge­samt­kos­ten be­tra­gen elf Mil­lio­nen Eu­ro.

Ob­wohl NRW-Strei­fen­po­li­zis­ten bei Feu­er­ge­fech­ten mit Ter­ro­ris­ten ein­ge­setzt wer­den sol­len, will Jä­ger sie aber wei­ter­hin nicht mit Ku­gel­schutz-Hel­men aus­stat­ten. Be­grün­dung: Es ge­be noch kein Mo­dell, „wel­ches den tech­ni­schen und fach­li­chen An­for­de­run­gen ent­spricht“. Bay­ern, Ba­den-Würt­tem­berg und Hes­sen stat­ten ih­re Po­li­zei aber be­reits mit schuss­si­che­ren Hel­men aus Ti­tan aus. Jä­ger er­klärt sich zu die­sem Wi­der­spruch nicht.

Gol­land kom­men­tiert die An­tiTer­ror-Maß­nah­men von Jä­ger so: „Das We­ni­ge, was der Mi­nis­ter un­ter­nimmt, un­ter­nimmt er dann auch noch zu spät.“

„Ne­ben di­gi­ta­len Fin­ger­ab­drü­cken wer­den auch bio­me­tri­sche Licht­bil­der ge­fer­tigt“

In­nen­mi­nis­ter

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