Li­be­ral­de­mo­kra­ten sie­gen bei Wah­len in Ja­pan

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

TO­KIO (dpa) Bei der Ober­haus­wahl in Ja­pan hat das Re­gie­rungs­la­ger des rechts­kon­ser­va­ti­ven Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Shin­zo Abe Pro­gno­sen zu­fol­ge ei­nen Sieg er­run­gen. Abes Li­be­ral­de­mo­kra­ti­sche Par­tei LDP und ihr klei­ne­rer Part­ner Kom­ei­to si­cher­ten sich ih­re Mehr­heit in der zwei­ten Kam­mer des Par­la­ments, wie der Sen­der NHK ges­tern nach Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le auf Ba­sis von Wäh­ler­be­fra­gun­gen be­rich­te­te.

Ob die Ko­ali­ti­on zu­sam­men mit an­de­ren kon­ser­va­ti­ven Kräf­ten auf ei­ne er­hoff­te Zwei­drit­tel­mehr­heit in der Kam­mer kommt, stand noch nicht fest. Nach An­ga­ben der Nach­rich­ten­agen­tur Kyo­do könn­te das La­ger der Ver­fas­sungs­re­vi­sio­nis­ten ei­ne sol­che Mehr­heit er­reicht ha­ben. Die­se braucht Abe, um wie an­ge­strebt die pa­zi­fis­ti­sche Ver­fas­sung än­dern zu kön­nen. Im mäch­ti­ge­ren Un­ter­haus hat die Ko­ali­ti­on be­reits die da­für not­wen­di­ge Zwei­drit­tel­mehr­heit.

Abe ver­tritt die An­sicht, dass die pa­zi­fis­ti­sche Nach­kriegs­ver­fas­sung nicht ei­ner un­ab­hän­gi­gen Na­ti­on ent­spre­che, da sie Ja­pan 1946 von der Be­sat­zungs­macht USA auf­ge­zwun­gen wor­den sei. Kri­ti­ker be­fürch­ten aber, dass sich Ja­pan mit ei­ner Ver­fas­sungs­re­form nicht nur vom Pa­zi­fis­mus ver­ab­schie­den wür­de, son­dern auch die De­mo­kra­tie in Ge­fahr sei. Ein Ver­fas­sungs­ent­wurf von Abes LDP se­he fol­gen­schwe­re Ein­schrän­kun­gen grund­le­gen­der Bür­ger­rech­te vor. Abe ging im Wahl­kampf auf das um­strit­te­ne The­ma Ver­fas­sungs­än­de­rung kaum ein, son­dern prä­sen­tier­te sich als Sa­nie­rer der Wirt­schaft. Um Abe zu stop­pen und ei­ne Ver­fas­sungs­än­de­rung zu ver­hin­dern, schick­ten die größ­te Op­po­si­ti­ons­par­tei der De­mo­kra­ten (DPJ) und die Kom­mu­nis­ten ge­mein­sa­me Kan­di­da­ten ins Ren­nen. Um­fra­gen nach ver­lor die DPJ aber.

Die Li­be­ral­de­mo­kra­ten re­gie­ren Ja­pan bei­na­he oh­ne Un­ter­bre­chung seit dem Zwei­ten Welt­krieg. Die op­po­si­tio­nel­le De­mo­kra­ti­sche Par­tei war nur we­ni­ge Jah­re an der Macht. In ih­re Re­gie­rungs­zeit fie­len 2011 auch Erd­be­ben, Tsu­na­mi und die Atom­ka­ta­stro­phe von Fu­kus­hi­ma. Da­nach wur­de sie ab­ge­wählt.

Rechts­kon­ser­va­ti­ve wol­len nach Wahl­sieg die pa­zi­fis­ti­sche Ver­fas

sung Ja­pans än­dern

FO­TO: REU­TERS

Ein Po­li­zist um­armt ei­nen klei­nen Jun­gen, der ihm ei­ne Blu­me ge­schenkt hat­te, nach den töd­li­chen Schüs­sen auf Po­li­zis­ten in Dal­las am 8. Ju­li 2016.

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