KURZKRITIK

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR -

Pop-CD Man hat ja sei­ne Hel­den, und wenn man er­fährt, dass sie bald ein neu­es Al­bum ver­öf­fent­li­chen, ist man vol­ler Vor­freu­de und denkt sie­ben Ta­ge vor dem Ter­min: „Ei­ne Wo­che nur noch!“Roi­sin Mur­phy ist so ei­ne Lieb­lings­sän­ge­rin. Die Irin war mal bei der Band Mo­lo­ko, das war in den 90er-Jah­ren. Seit ei­ni­ger Zeit ver­öf­fent­licht sie ih­re Al­ben im Al­lein­gang, und sie ist ei­ne die­ser Per­sön­lich­kei­ten, die toll sind, weil sie a) su­per Musik ma­chen, b) ei­nen be­son­de­ren Stil pfle­gen, c) et­was wa­gen und d) man ih­nen ein­fach ger­ne bei der Ar­beit zu­sieht. Nun hat sie ei­ne neue Plat­te ver­öf­fent­licht, „Ta­ke Her Up To Mon­to“heißt die, und lei­der bie­tet sie nicht das, was man sich in den ver­gan­ge­nen Wo­chen er­hofft hat­te. Es geht zwar gut los, „Mas­ter­mind“ist ein schö­nes Stück Elek­tro­pop, Avant­gar­de für den Dance­floor. Was ge­nau Roi­sin Mur­phy mit den an­de­ren Songs im Sinn ge­habt ha­ben mag, er­schließt sich in­des nicht. Die Kom­po­si­tio­nen wir­ken ziel­los, ein Kon­zept ist kaum zu er­ken­nen, die ver­schach­telt ar­ran­gier­ten Lie­der rut­schen durch, oh­ne dass man ei­nen Ha­ken ent­de­cken wür­de, an den man sein Herz hän­gen könn­te. So muss man sich mit Groß­ta­ten aus der Ver­gan­gen­heit trös­ten, und am bes­ten kann man das mit dem Stück „In Sin­te­si“aus dem Jahr 2014: Syn­thie­pop, herr­li­ches Lied. Wer es hört, freut sich schon wie­der aufs nächs­te Al­bum von Roi­sin Mur­phy.

Philipp Hol­stein

Roi­sin Mur­phy:

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