Ge­richts­streit um be­schlag­nahm­te Mack-Bil­der

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Ein an­geb­li­cher Kri­mi­nal­fall um vier Bil­der des in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­ten Künst­lers Heinz Mack so­wie ei­ne Scha­den­er­satz­kla­ge über fast 14.000 Eu­ro be­schäf­ti­gen der­zeit das Land­ge­richt. Vor fünf Jah­ren hat­te Ze­ro-Mit­be­grün­der Mack ei­nen jetzt 71-jäh­ri­gen Kunst­samm­ler an­ge­zeigt, weil der Mann an­geb­lich vier ge­fälsch­te Mack-Wer­ke be­sitzt. Die­ser Ver­dacht er­wies sich als halt­los, aber in der Ob­hut der Be­hör­den sol­len die zu­nächst be­schlag­nahm­ten Bil­der schwer be­schä­digt wor­den sein. Vor dem Land­ge­richt for­dert der Samm­ler vom Land jetzt Scha­dens­er­satz. Ein Ur­teil ist noch nicht in Sicht.

2011 wur­de der Pri­vat­samm­ler und Mack-Fan mit Be­trugs­vor­wür­fen kon­fron­tiert. Bei vier Bil­dern des Ma­lers, die in der Woh­nung des Samm­lers hin­gen, soll es sich um Fäl­schun­gen ge­han­delt ha­ben. Die Wer­ke wur­den amt­lich be­schlag­nahmt, ein­ge­la­gert, un­ter­sucht. Ex­per­ten ka­men aber zu dem Er­geb­nis, dass die Bil­der (dar­un­ter „Kunst im Jahr 2000“und „Fa­ta Mor­ga­na des Lichts“) al­le­samt au­then­tisch sind. Prompt wur­de der Samm­ler ver­däch­tigt, er kön­ne die­se Wer­ke nur un­recht­mä­ßig er­wor­ben ha­ben, wo­mög­lich durch Dieb­stahl oder Heh­le­rei. Doch auch da­für gab es kei­ner­lei Be­wei­se. Die Staats­an­walt­schaft Mön­chen­glad­bach hat dar­auf­hin al­le Er­mitt­lun­gen ge­gen den 71-Jäh­ri­gen wie­der ein­ge­stellt – man­gels Tat­ver­dachts. Der Mann be­kam sei­ne vier Kunst­wer­ke zu­rück. Doch in der Zwi­schen­zeit sei­en die ein­ge­la­ger­ten Bil­der stark be­schä­digt wor­den, klag­te er hin­ter­her. Glas­schä­den durch an­geb­lich un­sach­ge­mä­ße La­ge­rung wäh­rend der Be­schlag­nah­me hät­ten so­gar zu To­tal­schä­den bei den Mack-Bil­dern ge­führt, heißt es in sei­ner Scha­den­er­satz­kla­ge ge­gen das Land. Ak­tu­ell geht es noch um knapp 14.000 Eu­ro.

Doch ein Sach­ver­stän­di­ger, den das Ge­richt mit der Über­prü­fung der Bil­der be­auf­tragt hat­te, lie­fer­te jetzt ei­ne Ex­per­ti­se, mit der die Rich­ter an­geb­lich nichts an­fan­gen kön­nen. Der Gut­ach­ter ha­be näm­lich den der­zei­ti­gen Zu­stand der Bil­der un­ter­sucht, statt zu prü­fen, in wel­chem Zu­stand die Wer­ke wa­ren, als sie dem Samm­ler nach fünf Mo­na­te in der Ob­hut der Er­mitt­lungs­be­hör­den zu­rück­ge­ge­ben wur­den.

Al­so soll der Fach­mann von vor­ne an­fan­gen, soll die Wer­ke er­neut be­gut­ach­ten. Dar­auf muss die 2. Zi­vil­kam­mer des Düs­sel­dor­fer Land­ge­richts noch war­ten, kann den Pro­zess des­halb erst im Ok­to­ber fort­set­zen.

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