Imi Knoe­bel für deutsch-fran­zö­si­sches En­ga­ge­ment ge­ehrt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT -

(ujr) Das Blu­men­ar­ran­ge­ment am Red­ner­pult und die Sträuß­chen auf den Steh­ti­schen er­strahl­ten in den fran­zö­si­schen Far­ben – und die­ses Leuch­ten pass­te zum Meis­ter der Far­ben und des Abs­trak­ten. Schließ­lich stand Imi Knoe­bel am Sams­tag da, ganz al­lein und im Mit­tel­punkt, was ihm so gar nicht be­hag­te, und der gan­ze Saal ap­plau­dier­te ihm, al­len vor­an der fran­zö­si­sche Bot­schaf­ter Phil­ip­pe Eti­en­ne, der Düs­sel­dorf „die heim­li­che Haupt­stadt der deutsch-fran­zö­si­schen Freund­schaft“nann­te, eben­so Ga­le­rist Hans St­re­low, Ar­chi­tekt Wolf­gang Dö­ring, Künst­ler­freund Heinz Bau­mül­ler und vie­le an­de­re. Eti­en­ne hat­te Knoe­bel ge­ra­de auf Ge­heiß des fran­zö­si­schen Kul­tus­mi­nis­ters zum „Of­fi­cier des Arts et des Lettres“er­nannt. Der Ver­dienst­or­den für Kunst und Li­te­ra­tur wur­de dem Düs­sel­dor­fer Künst­ler ver­lie­hen aus An­er­ken­nung für sein deutsch-fran­zö­si­sches Ver­söh­nungs­werk. Knoe­bel hat­te zu­nächst sechs Fens­ter der Ka­the­dra­le von Reims ge­stal­tet, die 2011 ein­ge­weiht wur­den; 2015 folg­ten als Schen­kung wei­te­re drei, mit fest­li­chen An­spra­chen der Au­ßen­mi­nis­ter bei­der Län­der über­ge­ben. Das Got­tes­haus ist fran­zö­si­sches Na­tio­nal­hei­lig­tum, dort wur­den über Jahr­hun­der­te die Kö­ni­ge des Lan­des ge­krönt. Auf Ho­no­rar hat Knoe­bel 2015 ver­zich­tet, und Auf­trags­wer­ke über- nimmt er, der so sehr Künst­ler oh­ne Zwang sein will, ei­gent­lich nicht. Aber die­se Ka­the­dra­le, von den Deut­schen 1914 bom­bar­diert und schwer be­schä­digt? Wo Ade­nau­er und de Gaul­le ein­an­der nach dem Krieg die Hand reich­ten? Da sag­te Imi Knoe­bel nicht nein und schuf „ein leuch­ten­des Zei­chen des wie­der­ge­won­ne­nen Frie­dens“, wie Ur­su­la Sinn­reich, die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin der Kunst­stif­tung NRW, aus­führ­te, „ein Wahr­zei­chen der Ver­söh­nung“, wie Eti­en­ne er­gänz­te. Er sprach Knoe­bel auch di­rekt an: „Für Sie war dies ei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­heit.“Dass der fran­zö­si­sche Bot­schaf­ter die Eh­rung im Haus der Stif­tun­gen an der Roß­stra­ße vor­nahm, war eben­falls kein Zu­fall. In dem Ge­bäu­de hat­ten preu­ßi­sche Of­fi­zie­re einst Kriegs­plä­ne ge­gen Frank­reich ge­schmie­det, 1921 be­rei­te­ten fran­zö­si­sche Mi­li­tärs dort die Ruhr-In­va­si­on vor. Nun wur­de an die­sem Ort ein Künst­ler ge­ehrt, der als Frei­geist im­mer noch den Punk von der Ra­tin­ger Stra­ße im Her­zen trägt und über das Ze­re­mo­ni­el­le so­wie den grün schim­mern­den Or­den an sei­ner Brust schmun­zeln muss­te. Ihm ge­fiel, dass sei­ne En­kel­kin­der im Saal ein we­nig Ra­batz mach­ten, und sei­ne Dan­kes­re­de war, be­vor der Cham­pa­gner­um­trunk be­gann, so kurz wie tref­fend: „Es le­be Eu­ro­pa. Vi­ve la Fran­ce.“

FO­TO: KUNST­STIF­TUNG NRW/ SUSANNE DIESNER

Frank­reichs Bot­schaf­ter Phil­ip­pe Eti­en­ne (r.) zeich­ne­te Imi Knoe­bel aus.

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