Pseu­do­de­mo­kra­tie

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - LESERBRIEFE -

Zu „Trü­ge­ri­sche Sehn­sucht nach Über­sicht­lich­keit“(RP vom 30. Ju­ni): Das Re­sü­mee Ih­rer Ko­lum­ne führt nicht zu ei­nem Land und in ei­ne Zu­kunft mit zu­frie­de­nen Bür­gern. Ihr Re­sü­mee führt für mich zu ei­nem be­trü­ge­ri­schen Da­sein mit ei­ner Pseu­do­de­mo­kra­tie, bei der das Wort De­mo­kra­tie nur für das Wäh­len gilt, aber nicht mehr für das, was der Bür­ger von sei­nem ihm nicht mal be­kann­ten „Volks­ver­tre­ter“er­war­tet. Die­ser so­ge­nann­te Volks­ver­tre­ter ist um­so mehr von den Pro­ble­men sei­ner Wäh­ler ent­fernt, je wei­ter er vom Wäh­ler ent­fernt sitzt. Par­la­men­ta­ri­sche De­mo­kra­tie hat für den Bür­ger lei­der zu- Zu „Brü­der im Un­geis­te“(RP vom 1. Ju­li): Es wur­de, mit Ver­laub!, Zeit, dass ein­mal ein Jour­na­list sich über das Trei­ben der links­ra­di­ka­len Sze­ne äu­ßert und ei­ni­ges, was durch die Main­stream­me­di­en in der Re­gel ver­harm­lost oder gar ver­tuscht wird, zur Spra­che bringt. Dass jetzt so­gar das BVG den Chao­ten ei­nen Frei­brief aus­stellt, Po­li­zis­ten fol­gen­los zu be­lei­di­gen, ist ein wei­te­rer Tief­punkt in der Recht­spre­chung un­se­res Lan­des und passt in der Tat in das Sche­ma, al­les, was links ist, als gut oder zu­min­dest als nicht ge­fähr­lich ein­zu­stu­fen, wäh­rend al­les, was rechts ist, die ab­so­lu­te Be­dro­hung un­se­res Ge­mein­we­sens dar­stellt. Ent­spre­chend wird al­so im­mer nur auf die Rech­ten, al­so ech­te oder an­geb­li­che Ex­tre­mis­ten ein­ge­dro­schen, wäh­rend man die Links­ra­di­ka­len, die ver­harm­lo­send auch gern als Ak­ti­vis­ten oder Au­to­no­me be­zeich­net, um von der Ge­fähr­lich­keit die­ser Herr­schaf­ten ab­zu­len­ken, weit­ge­hend mil­de be­ur­teilt wer­den. Gerd Faß­ben­der 41189 Mön­chen­glad­bach Zu „Brü­der im Un­geis­te“(RP vom 1. Ju­li): Auf die­se Ko­lum­ne ha­be ich seit Jah­ren ge­war­tet. Seit ge­rau­mer Zeit ist zwar fest­zu­stel­len, dass auch mal kri­ti­sche Kom­men­ta­re zum Ge­walt­po­ten­zi­al von Links­ex­tre­men zu le­sen sind (Sta­tis­ti­ken), Sie stel­len aber rich­tig fest, dass dies bis­her nicht op­por­tun war. Die Ver­harm­lo­sung lin­ker Ge­walt geht durch un­se­re gan­ze Ge­sell­schaft. Auf dem lin­ken Au­ge ist man blind oder hat ge­wis­se Sym­pa­thi­en. Un­ser Ver­fas­sungs­ge­richt hat­te bei mir im­mer den höchs­ten mo­ra­li­schen Stel­len­wert. Dies ist lei­der seit ge­rau­mer Zeit nicht mehr der Fall. Ei­ni­ge Ur­tei­le – nicht nur das von Ih­nen er­wähn­te – sind für mich nicht nach­voll­zieh­bar. Zum Bei­spiel: Wie­so kann das Ver­fas­sungs­ge­richt nicht ein ge­gen­sätz­li­ches Ur­teil zum Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof fäl­len? Ist es sou­ve­rän oder nicht? He­ri­bert Jop­pich 47269 Duis­burg

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