Keep cool

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - LESERBRIEFE -

Zu „Br­ex­it-Ver­hand­lun­gen oh­ne Ro­si­nen­pi­cke­rei“(RP vom 29. Ju­ni): Es kann nicht (mit der Hy­po­thek zwei­er ver­hee­ren­der Welt­krie­ge) Auf­ga­be der Deut­schen sein, den uns auch nach 1945 gut ge­son­ne­nen Bri­ten die kal­te Schul­ter zu zei­gen. Ei­ne ge­wis­se Dis­tanz zum Kon­ti­nent lag oh­ne die ge­rings­te Ar­ro­ganz schon im­mer im na­tio­na­len Selbst­ver­ständ­nis die­ses sym­pa­thi­schen Vol­kes. Im Üb­ri­gen glaubt doch nicht wirk­lich je­mand, dass weit­ge­hen­de Kon­zes­sio­nen im Rah­men der Br­ex­it-Ver­hand­lun­gen den be­fürch­te­ten Do­mi­no­ef­fekt aus­lö­sen wür­den. Für die meis­ten EUMit­glie­der steht nicht pri­mär die eu­ro­päi­sche Idee als sol­che für ei­nen Ver­bleib in der EU im Vor­der­grund, son­dern hand­fes­te wirt­schaft­li­che und Si­cher­heits-In­ter­es­sen. Da­von ab­ge­se­hen sind die Bri­ten für die EU und vor al­len Din­gen für Deutsch­land ein viel zu wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor, als dass das As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men zum Bei­spiel mit Nor­we­gen a prio­ri als Blau­pau­se her­hal­ten soll­te. Das Ge­bot der St­un­de ist jetzt erst ein­mal: Keep cool! Horst Al­brecht Düs­sel­dorf dacht. Noch ein Ge­dan­ke. Herr Ca­me­ron könn­te ein­räu­men, sein Volk hin­ters Licht ge­führt – oder we­ni­ger hart for­mu­liert – nicht aus­rei­chend in­for­miert zu ha­ben. Für Ju­ris­ten ein kla­rer Fall, die Ab­stim­mung als nicht bin­dend – was sie oh­ne­hin nicht ist – zu er­klä­ren. Wie­der zu na­iv! So kann man noch hof­fen, dass Schott­land GB ver­lässt und nach jah­re­lan­gen Ver­hand­lun­gen in En­g­land ei­ne er­neu­te Ab­stim­mung über das Aus­ge­han­del­te oder Nicht­aus­ge­han­del­te – den end­gül­ti­gen Br­ex­it – er­folgt. Er­bärm­li­che Po­li­tik zwar, aber bes­ser als die bis­he­ri­ge. Ru­dolf Kli­ver per Mail

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