Schock­fo­tos

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

Wer ei­nen Schock er­lei­det, dem geht es ver­mut­lich nicht be­son­ders gut. Es heißt, dass der Schock ei­nen le­bens­be­droh­li­chen Zu­stand be­schreibt, in je­dem Fall aber ei­ne see­li­sche Er­schüt­te­rung. Nun ist frag­lich, ob bei Schock­fo­tos der Mo­ment des Schocks fo­to­gra­fisch fest­ge­hal­ten ist, oder viel­mehr ein Schock er­zeugt wer­den soll. Vie­les ist vor­stell­bar. Die Ta­bak­in­dus­trie ist scho­ckiert, dass die Ver­kaufs­zah­len im zwei­ten Quar­tal des Jah­res um gut 15 Pro­zent ein­ge­bro­chen sind – seit Ein­füh­rung der Schock­fo­tos. Die Be­trach­ter sind scho­ckiert, weil sie gräss­li­che Bil­der an­se­hen, die Per­so­nen oder Or­ga­ne von Per­so­nen zei­gen, die sich frei­lich in ei­nem le­bens­be­droh­li­chen Zu­stand be­fin­den. Und das Su­per­markt­per­so­nal ist scho­ckiert, weil see­lisch er­schüt­ter­te Kun­den ner­ven. her

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