Ver­miss­ter Mann im Feld ge­fun­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON JO­SEF POGORZALEK

Ein 81 Jah­re al­ter Mann aus Mo­ers hat­te drei Ta­ge hin­ter Bü­schen ge­le­gen.

MO­ERS Drei Ta­gen hat­te ein ver­miss­ter 81-Jäh­ri­ger aus Mo­ers hin­ter Bü­schen ge­le­gen, be­vor ein Pas­sant ihn ent­deck­te. Der Mann in­for­mier­te ei­nen Rad­fah­rer, der den Not­arzt ver­stän­dig­te. Der Vor­fall er­eig­ne­te sich be­reits im Mai, wur­de aber jetzt erst be­kannt.

An je­nem Tag war der 20 Jah­re al­te Ni­co Schmitz mit dem Rad un­ter­wegs, als ihn ein Mann an­hielt. „Er wink­te und rief ,Feld, ver­letzt!’“, be­rich­tet Schmitz. Er folg­te dem Un­be­kann­ten und fand an ei­nem durch Bü­sche ver­deck­ten Weg ei­nen äl­te­ren, hilf­lo­sen Mann. Über sein Mo­bil­te­le­fon in­for­mier­te Schmitz Po­li­zei und Not­arzt. Sei­nen Stand- ort über­mit­tel­te er per Whats­app. Nach ei­ge­ner Aus­sa­ge ha­be der Mann drei Ta­ge an dem Weg ge­le­gen. Schmitz gab ihm Was­ser, dann wur­de der Mann be­wusst­los.

Die Nach­barn des al­lein­ste­hen­den Se­ni­ors hat­ten die Po­li­zei alar­miert, weil sie den Rent­ner ta­ge­lang nicht ge­se­hen hat­ten. Sie wuss­ten, dass er re­gel­mä­ßig ei­nen Spa­zier­gang mach­te und das Gr­ab sei­ner Frau be­such­te. „Er ist im­mer zur sel­ben Zeit weg­ge­gan­gen“, sagt Nach­bar Hans-Wil­helm Hei­nen. Er wur­de jetzt stell­ver­tre­tend für al­le Nach­barn von Bür­ger­meis­ter Chris­toph Fleisch­hau­er im Rat­haus emp­fan­gen. Der Bür­ger­meis­ter lob­te das nach­bar­schaft­li­che En­ga­ge­ment. „Das ist ei­ne Nach­bar­schaft, wie sie sein soll­te. Man passt auf­ein­an­der auf und hilft sich.“

Die Po­li­zei hat­te mit ei­nem Groß­auf­ge­bot nach dem Rent­ner ge­sucht. Be­am­te lie­ßen so­gar die Woh­nungs­tür des Ver­miss­ten auf­bre­chen. „Wir Nach­barn ha­ben ge­sagt: Wir über­neh­men die Kos­ten, Haupt­sa­che, wir ha­ben Ge­wiss­heit“, sagt Hei­nen. War­um der Rent­ner auf dem Feld­weg lag, steht nicht fest. Auch wis­sen Nach­barn nicht, was aus ihm ge­wor­den ist. Die Ta­ge bis zu sei­ner Ret­tung über­stand der 81-Jäh­ri­ge, weil er Hus­ten­saft trank, den er vor­her ge­kauft hat­te.

Die Iden­ti­tät des Man­nes, der ihn ent­deckt hat­te, bleibt un­be­kannt. Als die Ret­tungs­wa­gen ein­tra­fen, war er ver­schwun­den.

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