Gott­schalk und Ma­du­ka im Auf­wind

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON CHRIS­TOPH ZABKAR

Die Leicht­ath­le­tin­nen über­zeu­gen in Rhe­ydt so­wohl beim Hür­den­lauf als auch beim Drei­sprung.

Bei den West­deut­schen Leicht­ath­le­tik-Meis­ter­schaf­ten gin­gen in Jes­sie Ma­du­ka und San­dra Gott­schalk zwei ART-Ath­le­tin­nen an den Start, die man in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit nicht all­zu oft zu Ge­sicht be­kam. Schließ­lich stu­diert Ma­du­ka an der Ucla in Ame­ri­ka, wäh­rend sich Gott­schalk nach ih­rer lan­gen Ver­let­zungs­un­ter­bre­chung erst kürz­lich auf die Tart­an­bahn zu­rück­kämpf­te. Im Rhe­ydter Grenz­land­sta­di­on mel­de­ten sich bei­de Ath­le­tin­nen mit star­ken Auf­trit­ten zu­rück.

„Jetzt wird der Ti­tel bei der deut­schen U23-Meis­ter­schaft an­ge­grif­fen“, sag­te Ma­du­ka selbst­be­wusst. Die 20-Jäh­ri­ge ging in Mön­chen­glad­bach an gleich drei Dis­zi­pli­nen an den Start und über­zeug­te vor al­lem beim Drei­sprung der Frau­en. In ei­nem ex­trem span­nen­den Wett- kampf zau­ber­te Ma­du­ka bei ih­rem sechs­ten und letz­ten Ver­such 13,08 Me­ter in die Gru­be und zog da­mit ur­plötz­lich an Klau­dia Kacz­marek (LAZ Rhe­de, 13,00 Me­ter) vor­bei. Le­dig­lich ih­re Team­ka­me­ra­din Eva Lin­nen­baum – die zugleich ih­re emo­tio­na­le Ab­schieds­vor­stel­lung gab – konn­te die­se be­acht­li­che Leis­tung noch top­pen (13,16 Me­ter). Ge­mein­sam lä­chel­ten Ma­du­ka und Lin­nen­baum am En­de ganz oben vom Trepp­chen.

Ein ähn­lich er­freu­li­ches Come­back fei­er­te un­ter­des­sen Hür­den­sprin­te­rin Gott­schalk, die un­ter der Wo­che noch mit ei­ner Man­del­ent­zün­dung zu kämp­fen hat­te. Oh­ne Trai­ning woll­te Gott­schalk auch oh­ne Druck ins Ren­nen ge­hen, doch als sie sich die Start­num­mer an­pinn­te, schoss der Puls plötz­lich in die Hö­he. Schließ­lich ist die 22-Jäh­ri­ge die gro­ße Büh­ne seit dem Kreuz­band­riss nicht mehr ge­wohnt. Die feh­len­de Wett­kampf­pra­xis mach­te sich zu­nächst auch am Start et­was be­merk­bar: „Schon beim Pro­be­start ist mei­ne Auf­re­gung aufs Ma­xi­mum an­ge­stie­gen. Im Ren­nen selbst war mei­ne Re­ak­ti­on gleich Null und nach­dem al­le Läu­fe­rin­nen schon et­wa ei­nen Me­ter aus dem Block wa­ren, bin ich erst los­ge­lau­fen“, be­rich­te­te Gott­schalk. Doch die Wahl-Düs­sel­dor­fe­rin hol­te blitz­ar­tig auf und konn­te den Vor­sprung ih­rer Kon­kur­ren­tin­nen schnell wie­der neu­tra­li­sie­ren. „Als ich ge­merkt ha­be, dass ich nicht nur hin­ter­her­lau­fe, son­dern mit­hal­ten kann, bin ich we­sent­lich lo­cke­rer ge­wor­den. Im Ziel ist dann die gan­ze Last ab­ge­fal­len, weil es ein wirk­lich schö­ner run­der Lauf war“, er­klärt Gott­schalk wei­ter. Zur ei­ge­nen Über­ra­schung blitz­ten nach dem 100-Me­ter-Hür­den­ren­nen so­gar 14,34 Se­kun­den auf dem Mess­ge­rät auf. „Da­mit hat­te ich nicht ge­rech­net. Ich bin wirk­lich su­per zu­frie­den“, mein­te sie.

Kein Wun­der, denn da­mit qua­li­fi­zier­te sich die ART-Ath­le­tin zugleich für das Fi­na­le. Und dort setz­te Gott­schalk so­gar noch ei­nen drauf: Mit bes­se­rem Start stei­ger­te sich die „Rück­keh­re­rin“auf 14,29 Se­kun­den und wur­de Sechs­te. Das Fa­zit: Düs­sel­dorfs Ath­le­tin­nen be­fin­den sich im Auf­wind.

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San­dra Gott­schalk über­rasch­te sich selbst.

FOTO: HOMÜ

Ro­bert Tlat­lik (rechts) bei sei­nem Sieg ge­gen Said Ra­hi­mi.

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