Auf Strei­fe mit dem „Dorf­po­li­zis­ten“

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON HEI­DE-INES WILLNER

Im links­rhei­ni­schen Düs­sel­dorf gibt es für je­den der vier Stadt­tei­le ei­nen Be­zirks­be­am­ten. Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Micha­el Kuhn ist der Be­zirks­be­am­te für Heerdt. Sein Tag be­ginnt mit der Schul­weg­si­che­rung.

HEERDT Mor­gens um 7 Uhr herrscht noch Ru­he in den Sei­ten­stra­ßen von Heerdt. Ei­ne hal­be St­un­de spä­ter än­dert sich das, stre­ben Heer­scha­ren von Kin­dern ih­ren Schu­len zu. Da ist der Be­zirks­be­am­te, Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Micha­el Kuhn, längst auf den Bei­nen und sieht auf den Stra­ßen rund um die Hein­richHei­ne- und Pes­ta­loz­zi­schu­le nach dem Rech­ten. An die­sem Tag, kurz vor den Fe­ri­en, hat er den Sei­ten­strei­fen vor dem Ein­gang der Hein­rich-Hei­ne-Grund­schu­le im Blick, der für den Schul­bus re­ser­viert ist. „Die El­tern miss­ach­ten oft das Hal­te­ver­bot, um ih­re Kin­der schnell aus­stei­gen zu las­sen“, sagt er und geht zu dem Au­to­fah­rer, der ge­ra­de dort parkt. „Sie wis­sen doch, dass der Platz für den Bus frei­ge­hal­ten wer­den muss“, er­mahnt er ihn.

An­de­re El­tern, die ih­re Kin­der eben­falls mit dem Au­to brin­gen, er­bli­cken den Po­li­zei­be­am­ten recht­zei­tig und su­chen sich schnell ei­nen Stell­platz auf dem be­nach­bar­ten Ga­ra­gen­hof. „Ei­ne ge­fähr­li­che Ecke“, sagt ei­ne Mut­ter und weist auf die Wald­nie­ler Stra­ße, die vor dem Haupt­ein­gang der Schu­le in die Gustor­fer Stra­ße mün­det. Prompt huscht ein Mäd­chen noch schnell vor ei­nem Au­to über die Stra­ße. „Was ha­ben wir ge­lernt?, fragt Kuhn freund­lich und er­klärt dem Kind, dass es erst dann die Stra­ßen über­que­ren soll, wenn das Au­to vor­bei ge­fah­ren ist. Ein Jun­ge kommt mit dem Fahr­rad oh­ne Helm und wird er­mahnt, ihn das nächs­te Mal nicht zu ver­ges­sen. „Hier hal­ten sich die Pro­ble­me aber in Gren­zen“, macht?“Nicht auf An­hieb wis­sen die Rad­fah­rer, was das sein könn­te. Ein Mann mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund zum Bei­spiel blickt schuld­be­wusst auf sei­ne Zi­ga­ret­te. Der Be­am­te schüt­telt den Kopf und lacht. „Sie fah­ren ge­gen die Fahrt­rich­tung. Sie müs­sen auf die an­de­re Stra­ßen­sei­te. Kuhn bringt ihn hin­über, ein strah­len­des Lä­cheln kommt als Dank zu­rück.

Leb­haft, wenn nicht so­gar chao­tisch prä­sen­tiert sich der Hand­wei­ser. Fuß­gän­ger müs­sen wach­sam sein, denn auch die am­pel­ge­steu­er­ten Que­run­gen ver­lan­gen Auf­merk­sam­keit. Ein Lkw nach dem an­de­ren schleppt sich über die Kreu­zung. „Die Fah­rer spa­ren die Maut“, stellt der Be­am­te fest. Nach ei­nem Schlen­ker übers Neu­bau­vier­tel West-Park und Bur­gun­der­stra­ße geht es zu­rück zur He­erd­ter Land­stra­ße und Ni­ko­laus-Knopp-Platz, be­vor Kuhn in die Bahn nach Ober­kas­sel steigt. Denn dort muss er nach dem Strei­fen­dienst al­les Schrift­li­che er­le­di­gen.

Der ge­bür­ti­ge He­erd­ter ist über­zeug­ter Po­li­zist. Schon im Al­ter von 17 Jah­ren be­gann er sei­ne Aus­bil­dung und war spä­ter 20 Jah­re auch auf der gro­ßen Kir­mes im Di­enst. Das ist vor­bei. Kuhn ist froh als „gu­ter Schutz­mann an der Ecke“in sei­ne Hei­mat zu­rück­ge­kehrt zu sein. Die He­erd­ter dan­ken es ihm, denn kaum je­mand geht gruß­los an ihm vor­bei. Ei­ne Bür­ger­nä­he, die er auch auf Som­mer- und Schüt­zen­fes­ten in Heerdt und teils in Nie­der­kas­sel pflegt. Und um den Nach­wuchs muss er sich kei­ne Sor­gen ma­chen. „Mein Sohn be­fin­det sich in der Aus­bil­dung zum Po­li­zei­be­am­ten.“

RP-FOTO: ANDRE­AS ENDERMANN

„Dorf­po­li­zist“Micha­el Kuhn gibt Ki­a­ra und Mag­gie (v.l.) auf ih­rem Schul­weg Tipps fürs si­che­re Über­que­ren der Stra­ße.

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