An­woh­ner­park­zo­nen sind al­ter­na­tiv­los

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Ver­schie­de­ne Be­woh­ner hat­ten an­ge­regt, die Zo­nen des An­woh­ner­par­kens zu lo­ckern – et­wa durch ein Mo­dell, das Par­ken in ei­ner be­stimm­ten Ent­fer­nung von der Woh­nung er­laubt. Der ADAC ist skep­tisch.

Jörg Stee­ge und sein Bru­der Dirk Stee­ge woh­nen an der Eu­ler­stra­ße ge­gen­über. Auf der je­weils an­de­ren Stra­ßen­sei­te dür­fen sie mit ih­rem Be­woh­ner­park­aus­weis je­doch nicht ihr Au­to ab­stel­len. In der Mit­te der Stra­ße ver­läuft die Gren­ze zwi­schen zwei An­woh­ner­park­zo­nen. Be­zirks­bür­ger­meis­te­rin Ma­ri­na Spill­ner (SPD) spricht sich für ei­ne Ra­di­us­re­ge­lung aus, um sol­che Fäl­le zu ver­mei­den. Dann dürf­te man in ei­nem ge­wis­sen Um­kreis um sei­ne Woh­nung par­ken, je­der hät­te prak­tisch sei­ne ei­ge­ne Park­zo­ne. Stadt und ADAC sind skep­tisch. Wir er­läu­tern De­tails des An­woh­ner­par­kens. Was ist An­woh­ner­par­ken? Das Be­woh­ner­par­ken wur­de 1980 in die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) ein­ge­führt. „Da­mit soll­te Be­woh­nern städ­ti­scher Quar­tie­re mit Man­gel an pri­va­ten Stell­plät­zen und ho­hem Park­druck er­mög­licht wer­den, Stell­plät­ze im öf­fent­li­chen Stra­ßen­raum in fuß­läu­fig zu­mut­ba­rer Ent­fer­nung zur Woh­nung zu fin­den“, sagt Ro­man Sut­hold, Ver­kehrs­ex­per­te beim ADAC. Be­woh­ner be­nö­ti­gen da­für ei­nen Par­k­aus­weis, der ge­gen ei­ne Ver­wal­tungs­ge­bühr bei der Stadt er­hält­lich ist. Was sind die recht­li­chen Grund­la­gen? „Seit der StVO-No­vel­le 2001 darf die ma­xi­ma­le Aus­deh­nung ei­ner Be­woh­ner­park­zo­ne 1000 Me­ter nicht über­schrei­ten“, sagt Sut­hold. Da­durch soll ge­währ­leis­tet wer­den, dass die Be­woh­ner et­wa Ein­käu­fe in der Um­ge­bung zu Fuß er­le­di­gen und nicht von ih­rem Park­vor­recht Ge­brauch ma­chen kön­nen. Fer­ner be­sagt die Re­ge­lung zum Be­woh­ner­par­ken, dass werk­tags zwi­schen 9 und 18 Uhr ma­xi­mal 50 Pro­zent der Park­plät­ze für Be­woh­ner re­ser­viert sein dür­fen, an­sons­ten ma­xi­mal 75 Pro­zent. Ist die ge­for­der­te Ra­di­us­re­ge­lung dar­stell­bar? Andrea Blo­me, Lei­te­rin des Am­tes für Ver­kehrs­ma­nage­ment, möch­te an der Struk­tur der Zo­nen fest­hal­ten. Ex­per­ten be­zwei- feln, dass die Ra­di­us­re­ge­lung über­haupt um­setz­bar ist, da die Kon­trol­le der in­di­vi­du­el­len Zo­nen mas­siv er­schwert wür­de. „Die Kom­mu­nen un­ter­lie­gen da en­gen Vor­schrif­ten, die 1000-Me­ter-Re­gel er­schwert ei­ne sol­che Ra­di­us­re­gel“, sagt Ver­kehrs­ex­per­te Sut­hold. Bis­lang hat kei­ne deut­sche Kom­mu­ne ei­ne Ra­di­us­re­ge­lung durch­ge­setzt. Gibt es ei­nen Un­ter­schied zwi­schen An­woh­ner- und Be­woh­ner­par­ken? Das ist ku­ri­os. Es heißt heu­te of­fi­zi­ell Be­woh­ner­par­ken, da im Mai 1998 die Pra­xis, groß­flä­chi­ge An­woh­ner­park­zo­nen aus­zu­wei­sen, durch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt für rechts­wid­rig er­klärt wur­de, weil der „Be­griff des An­woh­ners ei­ne en­ge räum­li­che Ver­bin­dung zwi­schen Woh­nung und Pkw-Ab­stell­ort“ver­langt. Da­mit hät­ten sich An­woh­ner­park­zo­nen nicht über „mehr als zwei bis drei Stra­ßen“er­stre­cken dür­fen. Die Rechts­grund­la­ge für flä­chen­haf­te Zo­nen für An­woh­ner war da­mit nicht vor­han­den. Der Ge­setz­ge­ber än­der­te dar­auf das Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz und er­setz­te den Be­griff „An­woh­ner“durch „Be­woh­ner“. Er­kenn­bar ist das noch in man­chen Städ­ten, weil dort die Buch­sta­ben „An“auf den Schil­dern mit ei­nem Auf­kle­ber mit den Buch­sta­ben „Be“über­klebt sind.

RP-FOTO: ANDRE­AS ENDERMANN

Die Hil­de­brandt­stra­ße in Fried­rich­stadt ist Teil ei­ner An­woh­ner­park­zo­ne. Die Stadt hat zur­zeit 35.000 Aus­wei­se an Be­rech­tig­te aus­ge­ge­ben.

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