Mehr Fuß­ball­lärm ab Herbst er­laubt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DET­LEV HÜWEL

NRW-SPD er­war­tet nach der Som­mer­pau­se ei­ne Ver­ord­nung des Bun­des.

DÜSSELDORF Lärm ist nicht gleich Lärm. Ge­gen Kin­der­lärm kön­nen sich die Bür­ger nicht mehr weh­ren und et­wa ge­gen Ki­tas oder Spiel­plät­ze vor ih­rer Haus­tür kla­gen. Ei­ne sol­che Be­vor­zu­gung („Pri­vi­le­gie­rung“) soll nach dem Wil­len der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung künf­tig auch für Fuß­ball-Lärm gel­ten. Der stell­ver­tre­ten­de SPD-Lan­des­vor­sit­zen­de Jo­chen Ott rech­net da­mit, dass Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) nach der Som­mer­pau­se ei­ne Ver­ord­nung vor­le­gen wird, die die Nut­zung von Fuß­ball­plät­zen in den Städ­ten und Ge­mein­den bis 22 Uhr er­mög­licht. Es kön­ne nicht sein, dass es Ama­teur­fuß­bal­ler mit dem Ord­nungs­amt zu tun be­kä­men, wenn sie sich abends zum Trai­ning auf dem Platz zu­sam­men­fän­den, er­klär­te Ott, der auf ent­spre­chen­de Vor­stö­ße auch des Lan­des­sport­bun­des ver­wies.

Die NRW-SPD for­dert zu­dem mehr Ent­schei­dungs­spiel­raum für Städ­te und Ge­mein­den in Fra­gen des Lärm­schut­zes. Die Kom­mu­nen müss­ten selbst fest­le­gen dür­fen, in wel­chen Stadt­be­rei­chen die Lärm­richt­wer­te ge­än­dert wer­den soll­ten, da es dort be­leb­ter zu­ge­he als an-

Jo­chen Ott ders­wo. „Das Aus­geh­ver­hal­ten vor al­lem der jun­gen Leu­te hat sich deut­lich nach hin­ten ver­scho­ben“, so Ott. Es sei da­her nicht mehr zeit­ge­mäß, ein­heit­lich ab 22 Uhr zu ver­schärf­ten Lärm­grenz­wer­ten über­zu­ge­hen. Teil­wei­se müs­se die Gren­ze ab 23 oder erst ab 24 Uhr grei­fen. Al­ler­dings be­dür­fe es da­zu eben­falls wie bei der Fuß­ball-Pri­vi­le­gie­rung ei­ner bun­des­recht­li­chen Vor­ga­be.

Dar­über hin­aus will die NRW-SPD hö­he­re Hür­den für Kla­gen ge­gen Groß­ver­an­stal­tun­gen in den Kom­mu­nen. „Ei­ner klagt im­mer“, kri­ti­sier­te Ott. Des­we­gen müs­se der Vor­schlag aus Bonn ge­prüft wer­den, das In­di­vi­dual­kla­ge­recht ein­zu­schrän­ken; ei­ne Kla­ge müss­te dann von fünf Per­so­nen un­ter­stützt wer­den. Ott sprach sich auch für „Nacht­bür­ger­meis­ter“nach dem Vor­bild von Rot­ter­dam aus. Die­ser sei ein neu­tra­ler An­sprech­part­ner bei nächt­li­chem Streit über an­geb­li­che oder tat­säch­li­che Ru­he­stö­run­gen durch grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen.

Be­reits im Früh­jahr hat­te Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel (Grü­ne) den neu­en NRW-Frei­zeit­lärm-Er­lass vor­ge­stellt. „Sel­te­ne Fes­te“wie Jahr­märk­te dür­fen nun an 18 Ta­gen pro Platz (bis­her zehn) statt­fin­den. Au­ßer­dem gel­ten dann ge­lo­cker­te Lärm-Richt­wer­te.

„Das Aus­geh­ver­hal­ten vor al­lem der Jun­gen hat sich deut­lich nach hin

ten ver­scho­ben“

SPD-Lan­des­vor­sit­zen­der

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