Den Haag ver­ur­teilt Chi­na im In­sel­streit

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

Die Volks­re­pu­blik will die Kon­trol­le im Süd­chi­ne­si­schen Meer. Nun spra­chen die Rich­ter.

DENHAAG (ap) Das in­ter­na­tio­na­le Schieds­ge­richt in Den Haag hat Chi­nas Ho­heits­an­sprü­che auf gro­ße Tei­le des Süd­chi­ne­si­schen Mee­res zu­rück­ge­wie­sen. Die An­sprü­che Chi­nas sei­en nicht ge­recht­fer­tigt, ur­teil­te das Stän­di­ge Schieds­ge­richt in Den Haag und gab da­mit der Be­schwer­de der Phil­ip­pi­nen recht. Es ist das ers­te in­ter­na­tio­na­le Ur­teil in dem sich seit Jah­ren auf­schau­keln­den Kon­flikt. Wor­um geht es? Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen brach­ten die Phil­ip­pi­nen den Ter­ri­to­ri­al­streit im Ja­nu­ar 2013 vor das in­ter­na­tio­na­le Schieds­ge­richt. Pe­king be­an­sprucht mit der so­ge­nann­ten Neun-Stri­che-Li­nie prak­tisch das ge­sam­te Süd­chi­ne­si­sche Meer als Ho­heits­ge­biet. Durch die chi­ne­si­schen Ge­biets­an­sprü­che könn­ten die Phil­ip­pi­nen, aber auch an­de­re Staa­ten ei­nen Groß­teil ih­res Off­s­hore-Ge­biets ver­lie­ren. Wird das Ur­teil et­was än­dern? Das Ur­teil ist recht­lich bin­dend für Chi­na und die Phil­ip­pi­nen. Doch das Ge­richt hat kei­ner­lei Mög­lich­keit, die Um­set­zung zu er­zwin­gen. Hin­zu kommt: Chi­na er­kennt die Zu­stän­dig­keit des Schieds­ge­richts nicht an. War­um ver­wei­gert Chi­na sei­ne Mit­ar­beit am Ver­fah­ren? Weil nach der An­sicht Chi­nas ei­gent­lich Sou­ve­rä­ni­täts­fra­gen ver­han­delt wer­den. Dem­nach wür­den die Phil­ip­pi­nen mit dem Ver­fah­ren ver­su­chen, Chi­nas „un­be­streit­ba­re Sou­ve­rä­ni­tät“zu un­ter­gra­ben, wäh­rend es of­fi­zi­ell um die Klä­rung von See­rech­ten ge­he. Chi­na be­trach­tet den Kon­flikt zu­dem als rein asia­ti­sche An­ge­le­gen­heit, in den sich Au­ßen­ste­hen­de nicht ein­mi­schen soll­ten. Wie ste­hen an­de­re Na­tio­nen zu dem Fall? Das hängt da­von ab, ob sie auf der Li­nie der USA oder Chi­nas sind. Der An­trag der Phil­ip­pi­nen an die in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on süd­ost­asia­ti­scher Staa­ten, Chi­na zur An­er­ken­nung des Schieds­spru­ches auf­zu­for­dern, schei­ter­te an den Pe­king-freund­li­chen Mit­glie­dern Kam­bo­dscha und La­os. An der Sei­te der Phil­ip­pi­nen ste­hen Viet­nam, Ma­lay­sia, In­do­ne­si­en und Sin­ga­pur. Die USA und die EU un­ter­stüt­zen das Schieds­ge­richt. Chi­na macht die Un­ter­stüt­zung von 40 bis 60 Na­tio­nen gel­tend, dar­un­ter vie­le afri­ka­ni­sche Bin­nen­staa­ten und pa­zi­fi­sche In­seln, wo die Volks­re­pu­blik wirt­schaft­li­chen Ein­fluss hat.

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