Be­schwer­den über Bank-Be­ra­tung neh­men zu

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REI­SE­NER

Vor al­lem Kun­den von Ge­nos­sen­schafts­ban­ken und Spar­kas­sen be­schwe­ren sich häu­fi­ger als im Vor­jahr.

FRANK­FURT Seit Jah­res­an­fang ha­ben sich 2926 Bank­kun­den über die An­la­ge­be­ra­tung ih­rer Bank bei der Fi­nanz­auf­sicht be­schwert. Das sind knapp 18 Pro­zent mehr als im ers­ten Halb­jahr 2015, in dem sich 2482 Bank­kun­den über ih­re Be­ra­tung be­schwert ha­ben. Die­se Zah­len nann­te die Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (Ba­Fin) auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on.

Die Ban­ken­auf­sicht er­fasst die Be­schwer­den seit 2011 in ei­nem Zen­tral­re­gis­ter. Auf­fäl­li­ge Häu­fun­gen bei ein­zel­nen In­sti­tu­ten oder Be­ra­tern gel­ten als Hin­wei­se auf schwar­ze Scha­fe in der Bran­che. So ahn­de­te die Ba­Fin im ver­gan­ge­nen Jahr 111 Ver­stö­ße. Zu den Klas­si­kern zäh­len zum Bei­spiel feh­ler­haf­te Be­ra­tungs­pro­to­kol­le, un­voll­stän­di­ge Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen oder of­fen­sicht­lich un­taug­li­che An­la­ge­emp­feh­lun­gen.

Über­pro­por­tio­nal ge­stie­gen sind zu­letzt die Be­schwer­den ge­gen Ge­nos­sen­schafts­ban­ken – von 626 im ers­ten Halb­jahr 2015 um 29 Pro­zent auf 809 im ers­ten Halb­jahr 2016. Auch die Spar­kas­sen und Lan­des­ban­ken ste­chen mit ei­nem Plus von über 23 Pro­zent von 882 im ers­ten Halb­jahr 2015 auf jetzt 1089 her­vor. Der über­wäl­ti­gen­de Teil der Be­schwer­den in die­sem Be­reich Spar­kas­sen­kun­den. Ein Spre­cher des Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­ban­des hält die Zah­len nicht für aus­sa­ge­kräf­tig: „Es ist ja nicht ge­sagt, dass die Be­schwer­den auch be­grün­det sind“, so der Spre­cher. Ge­gen die 60.000 Spar­kas­sen­be­ra­ter hät­ten im vier­ten Quar­tal 2015 nur 417 Be­schwer­den vor­ge­le­gen. „Das ist ei­ne Quo­te von we­ni­ger als ei­nem Pro­zent“, so der Spre­cher. Er­kennt­nis­se über den An­teil der be­rech­tig­ten Be­schwer­den lä­gen nicht vor.

Stark rück­läu­fig sind die Be­schwer­den über Fi­nanz­dienst­leis- tungs­un­ter­neh­men (von 88 auf 29). Bei den Pri­vat- und Aus­lands­ban­ken, über de­ren An­la­ge­be­ra­tung sich im zu­rück­lie­gen­den Halb­jahr 999 Kun­den bei der Ba­Fin be­schwert ha­ben, ist kein Trend er­kenn­bar.

Er­ge­ben sich für die Ba­Fin Zwei­fel an der Sach­kun­de oder Zu­ver­läs­sig­keit ei­nes Mit­ar­bei­ters, lei­tet sie Er­mitt­lun­gen ein. Im Ex­trem­fall kann die Ba­Fin auch den Ein­satz ei­nes Mit­ar­bei­ters un­ter­sa­gen.

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