Aus­tra­li­er Mat­t­hews sprin­tet zum Etap­pen­sieg

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

Auf der zehn­ten Etap­pe der Tour de Fran­ce spie­len die deut­schen Rad­pro­fis kei­ne Rol­le. Heu­te wol­len sie zu­schla­gen.

RE­VEL (sid) An­dré Grei­pel rich­te­te den Blick um­ge­hend nach vor­ne, auch Mar­cel Kit­tel hak­te die zehn­te Etap­pe der Tour de Fran­ce schon beim Über­que­ren des Ziel­strichs in Re­vel ab. „Wir woll­ten nicht mit dem Dampf­ham­mer drauf­hau­en. Mor­gen gibt es ei­ne rich­ti­ge Chan­ce“, sag­te Kit­tel nach ei­ner für ihn we­nig auf­re­gen­den Etap­pe. Das 197 km lan­ge und zu­meist ver­reg­ne­te Teil­stück war ei­nes für Flucht­grup­pen, ei­nes für den Aus­tra­li­er Micha­el Mat­t­hews, der sei­ne Chan­ce mit Er­folg such­te und im Fi­na­le Welt­meis­ter Pe­ter Sa­gan (Slo­wa­kei) aus­stach.

Ein Sieg für die deut­schen Top­Sprin­ter? Schon im Vor­feld uto­pisch. „Es war lo­gisch, dass es ei­ne gro­ße Grup­pe ge­ben wird. Es war un­mög­lich, die­se zu­rück­zu­ho­len“, sag­te Grei­pel. Ähn­lich sah es Kit­tel. „Selbst wenn wir ge­schlos­sen in den letz­ten Berg rein­ge­fah­ren wä­ren, wä­re das kei­ne Ga­ran­tie für ei­nen Sprint ge­we­sen“, sag­te der 28-Jäh­ri­ge über die „ek­li­ge“Etap­pe.

Die gro­ße Büh­ne ge­hör­te statt­des­sen den Aus­rei­ßern, zu de­nen ne­ben Sa­gan lan­ge wei­te­re Pro­mi­nenz wie der ehe­ma­li­ge TourCham­pi­on Vin­cen­zo Ni­ba­li (Ita­li­en) zähl­te. Beim An­stieg der drit­ten Ka­te­go­rie nur sie­ben Ki­lo­me­ter vor dem Ziel und der Haupt­grund für die ge­rin­gen Er­folgs­chan­cen der deut­schen Top­sprin­ter, ver­puff­ten al­le Atta­cken in­ner­halb der mit star­ken Fah­rern ge­spick­ten Grup­pe.

Sa­gans Hin­ter­rad wur­de bis zum Ziel in Re­vel, wo vor 50 Jah­ren der im Ju­ni ver­stor­be­ne Ru­di Al­tig ei­ne Etap­pe ge­won­nen hat­te und Kar­lHeinz Kun­de am glei­chen Tag ins Gel­be Tri­kot ge­schlüpft war, zur be­gehr­tes­ten Po­si­ti­on. Zwar kon­ter­te der sehr auf­merk­sa­me Slo­wa­ke zu­nächst je­den An­griff, dem cle­ver agie­ren­den Mat­t­hews hat­te er auf den letz­ten Me­tern aber nichts mehr ent­ge­gen­zu­set­zen. „Es ist un­glaub­lich. Ich muss das erst mal sa­cken las­sen. Ich war so nah dran, nach meh­re­ren Stür­zen bei der Tour hin­zu­schmei­ßen“, sag­te Mat­t­hews über­glück­lich. Sa­gan war nicht un­zu­frie­den, schließ­lich über­nahm er das Grü­ne Tri­kot des Füh­ren­den in der Punkt­wer­tung. „Ich konn­te nicht ge­win­nen, da­für wa­ren die an­de­ren zu stark“, sag­te er.

Die Etap­pe heu­te nach Mont­pel­lier ist weit­ge­hend eben – die Chan­ce für Grei­pel und Kit­tel.

FO­TO: DPA

Kat­ha­ri­na Mo­li­tor (links) und Chris­ti­na Obergföll.

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