Eli­te im Spring­rei­ten star­tet in der Aa­che­ner So­ers

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

AA­CHEN (dpa) Das meis­te Preis­geld, die meis­ten Zu­schau­er – das Reit­tur­nier in Aa­chen wirbt mit Su­per­la­ti­ven. Beim CHIO gibt es al­ler­dings auch De­fi­zi­te. Was macht Aa­chen so be­son­ders? Al­le Rei­ter schwär­men von Aa­chen. Das hat mit den per­fek­ten Be­din­gun­gen zu tun, aber na­tür­lich auch mit dem Geld. 2,7 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den aus­ge­schüt­tet. Al­lein ei­ne Mil­li­on Eu­ro gibt es im Gro­ßen Preis der Spring­rei­ter. Und das größ­te Tur­nier der Welt hat na­tür­lich auch das größ­te Reit­sta­di­on der Welt: Rund 40.000 Zu­schau­er kön­nen den Spring­rei­tern zu­schau­en – man­cher Fuß­ball-Bun­des­li­gist kann da nei­disch wer­den. Was heißt CHIO? Je­des Land darf in je­der Pfer­de­sport-Dis­zi­plin ein­mal pro Jahr ein of­fi­zi­el­les Tur­nier aus­rich­ten. Da­bei wer­den Te­am­wett­be­wer­be aus­ge­tra­gen, die Tur­nie­re er­hal­ten da­durch den O-Sta­tus. Aa­chen bie­tet Na­tio­nen­prei­se in den Dis­zi­pli­nen Sprin­gen, Dres­sur, Viel­sei­tig­keit, Fah­ren und Vol­ti­gie­ren. Da­her trägt das Tur­nier den Na­men CHIO, die Ab­kür­zung für das fran­zö­si­sche Con­cours Hip­pi­que In­ter­na­tio­nal Of­fi­ciel.

Mit bei­den Pfer­den hat­te die Blon­di­ne bis­lang die olym­pi­sche Qua­li­fi­ka­ti­on be­strit­ten. Bel­la Ro­se und Don John­son, die er­fah­re­ne­ren Cham­pio­nats­pfer­de, hat­ten sich ver­letzt und stan­den für den hoch­klas­si­gen Tur­nier­sport nicht zur Ver­fü­gung.

Wei­he­gold hat längst be­wie­sen, dass sich Werth auf sie ver­las­sen kann. In Amsterdam An­fang die­ses Jah­res rück­ten die bei­den erst­mals in den Blick­punkt. Bei der Welt­cup-Kür star­te­ten sie rich­tig durch und sieg­ten mit 83,450 Pro­zent­punk­ten.

Ei­ni­ge Wo­chen spä­ter in Ne­u­müns­ter be­stä­tig­ten Werth und Wei­he­gold die Leis­tung. Star­ke Piaf­fe-Pi­rou­et­ten und en­er­gisch ge­sprun­ge­ne Pas­sa­gen über­zeug­ten die Wer­tungs­rich­ter, die so­gar die 10,0 ver­teil­ten. 84,60 Pro­zent­punk­te spra­chen für sich.

Die Ol­den­bur­ger Stu­te, die bis En­de 2015 von Pfer­de­wir­tin Bea­tri­ce Buch­wald, im Stall von Isa­bell Wel­che Be­deu­tung hat Aa­chen für Olym­pia? Die CHIO-Wett­be­wer­be sind in den drei olym­pi­schen Dis­zi­pli­nen Teil der Rio-Qua­li­fi­ka­ti­on für die deut­schen Rei­ter. Al­ler­dings sind be­reits die meis­ten Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen. Am span­nends­ten dürf­te der Wett­kampf im Spring­rei­ten sein: Fünf Rei­ter ha­ben das Olym­pia-Ti­cket si­cher. Aber ei­ner er­fährt nach Aa­chen, dass er in Rio nur als Er­satz­mann da­bei sein wird. Was ist der Hö­he­punkt? Der Gro­ße Preis von Aa­chen am Sonn­tag ist die pres­ti­ge­träch­tigs­te und am höchs- ten do­tier­te Prü­fung der Welt. In drei Prü­fun­gen müs­sen die noch nicht qua­li­fi­zier­ten Rei­ter Punk­te sam­meln, um sich ei­nen der 40 Start­plät­ze zu si­chern. Emo­tio­na­ler Hö­he­punkt ist trotz­dem für vie­le der Na­tio­nen­preis mor­gen Abend, wenn die Na­tio­nal­mann­schaf­ten un­ter Flut­licht um den Sieg rei­ten. Wer ver­dient am meis­ten? Olym­pia­sie­ger Ste­ve Gu­er­dat kann in Aa­chen ei­nen Ex­tra-Bo­nus kas­sie­ren. Als Ge­win­ner von Genf wür­de sich der Schwei­zer im Rah­men der Grand-Slam-Se­rie mit ei­nem Sieg in Aa­chen zu­sätz­lich 500.000 Eu­ro si- chern. Im­mer­hin 250.000 Eu­ro zu­sätz­lich er­hiel­te der Bri­te Scott Brash, der im Vor­jahr die Gran­dSlam-Sta­ti­on im ka­na­di­schen Spru­ce Mea­dows ge­won­nen hat­te. Was fehlt beim CHIO? Im Sprin­gen sind die meis­ten Stars der Bran­che am Start, doch in der Dres­sur sind die deut­schen Rei­ter prak­tisch un­ter sich. Die stärks­ten Kon­kur­ren­ten wie die bri­ti­sche Olym­pia­sie­ge­rin Char­lot­te Du­jar­din mei­den Aa­chen. Die Nie­der­län­der rei­ten da­heim lie­ber um die na­tio­na­le Meis­ter­schaft. „Scha­de“, sag­te Bun­des­trai­ne­rin Mo­ni­ca Theo­do­res­cu.

FO­TO: IMA­GO

Isa­bell Werth und die Stu­te Wei­he­gold beim Wies­ba­de­ner Pfingst­tur­nier. Die bei­den ver­schaff­ten sich in we­ni­gen Mo­na­ten viel Re­spekt in der Dres­sur­sze­ne.

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