Zu­rück zur Uto­pie: Ben J. Rie­pe im NRW-Fo­rum

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER KULTUR -

(hag) Mit­ten in der Aus­stel­lung Pla­net B im NRW-Fo­rum er­hebt sich ei­ne Land­schaft. Der Cho­reo­graf Ben J. Rie­pe hat sie ge­schaf­fen, ei­ne be­geh­ba­re Flä­che aus Filz, Stan­ni­ol und Plas­tik. Schon Beuys hat den Filz als Sym­bol für das Schüt­zen­de in den Kunst­be­reich über­nom­men.

Zwi­schen No­ma­den­da­sein und vo­ka­ler Per­for­mance be­wegt sich dort das Vo­kal­kol­lek­tiv Cow­birds aus Wi­en, wech­selt zwi­schen folk­lo­ris­ti­schen Grund­tö­nen, sor­bi­schem Ge­sang – die Sor­ben sind ein west­sla­wi­sches Volk, das in Deutsch­land als na­tio­na­le Min­der­heit an­er­kannt ist –, ato­na­len Klän­gen und Neu­er Mu­sik. Die­se Tö­ne kann der Be­trach­ter nicht un­ter­schei­den, un­ver­mit­telt kann die jun­ge Frau, die ne­ben ei­nem steht, ei­ne Me­lo­die an­stim­men, ein­zel­ne Lau­te, spit­ze Schreie, dann wie­der agiert sie als Fra­ge und Ant­wort mit an­de­ren.

Stän­dig än­dert sich die­se mensch­li­che Land­schaft mit aus­ge­stopf­tem Hirsch, Licht blitzt auf, Ne­bel­schwa­den zie­hen um­her, durch­sich­ti­ge Ti­pis be­her­ber­gen mit Alu­fo­lie ver­klei­de­te Zel­te. Es ist ei­ne Uto­pie, die zu den Wur­zeln zu­rück­kehrt, es ist ein wär­men­des Zelt­la­ger für den mo­der­nen Men­schen, und trotz all der Tech­nik hat das Gan­ze auch et­was Spon­ta­nes, Un­be­re­chen­ba­res, ei­ne ne­ga­ti­ve Uto­pie, in der die Mensch­heit zu­rück zum Pri­mi­ti­ven wan­dert. Ein fas­zi­nie­ren­der Ort in ei­ner fas­zi­nie­ren­den Aus­stel­lung, in der man sich auf das Un­fer­ti­ge, das Im­pro­vi­sa­to­ri­sche ein­stel­len muss.

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