„Sis­si“be­kommt ei­ne Stra­ße

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF UND HEI­DE-INES WILL­NER

Im Links­rhei­ni­schen wer­den drei neue Stra­ßen nach gro­ßen deut­schen Film­di­ven be­nannt. Rund um das dor­ti­ge Ki­no wird es dann ei­ne Mar­le­ne-Dietrich-, ei­ne Ro­my-Schnei­der- und ei­ne Hil­de­gard-Knef-Stra­ße ge­ben.

Die Lan­des­haupt­stadt macht ei­nen der größ­ten und schöns­ten Sprün­ge, die im Ver­wal­tungs­han­deln mög­lich sind. Die sehr sach­lich be­nann­ten Plan­stra­ßen 3410, 3411 und 3412 in He­erdt er­hal­ten klin­gen­de Na­men und ei­nen Hauch von Hol­ly­wood. Sie wer­den nach Mar­le­ne Dietrich, Hil­de­gard Knef und Ro­my Schnei­der be­nannt. Die da­zu­ge­hö­ri­gen Schil­der wer­den vor­aus­sicht­lich En­de Au­gust auf­ge­stellt. Ei­ne Dis­kus­si­on wie bei der Frank-Zap­pa-Stra­ße, die vor kur­zem in Flin­gern er­öff­net wur­de, steht nicht zu er­war­ten. „Das sind drei eh­ren­wer­te Da­men, und drei Da­men zu eh­ren, ist doch nicht ver­kehrt“, sagt der zu­stän­di­ge Be­zirks­bür­ger­meis­ter Rolf Tups.

Das Ver­fah­ren, nach dem in Düsseldorf neue Stra­ßen be­nannt wer­den, ist recht über­sicht­lich ge­hal­ten: Han­delt es sich um ei­ne Haupt­ver­kehrs­ader oder soll der Na­me ei­nes be­son­de­ren Po­li­ti­kers ver­wen­det wer­den (wie im Fall des ver­stor­be­nen Ober­bür­ger­meis­ters Joa­chim Er­win), ent­schei­det der Rat, weil es sich um ei­ne ge­samt­städ­ti­sche An­ge­le­gen­heit han­delt. Geht es wie im ak­tu­el­len Fall um Er­schlie­ßungs­stra­ßen in ei­nem Neu­bau­ge­biet, ent­schei­det die je­wei­li­ge Be­zirks­ver­tre­tung. Vor der Ent­schei­dung des zu­stän­di­gen Gre­mi­ums prüft die Ver­kehrs­ver­wal­tung, ob der Be­nen­nung ir­gend­wel­che Hin­der­nis­se ent­ge­gen­ste­hen. So darf es sich nicht um ei­ne le­ben­de Per­sön­lich- keit han­deln und der Na­mens­ge­ber muss his­to­risch un­be­las­tet sein. Stimmt das Gre­mi­um dann zu, wird der Be­schluss im Amts­blatt ver­öf­fent­licht, an­schlie­ßend kön­nen die Schil­der pro­du­ziert und auf­ge­stellt wer­den. Da das nächs­te Amts­blatt erst nach den Som­mer­fe­ri­en er­scheint, dau­ert es noch ei­ni­ge Wo­chen, bis die ein­stim­mig ge­fass­te Ent­schei­dung der links­rhei­ni­schen Be­zirks­ver­tre­tung Wirk­lich­keit wird.

Der Grund­ge­dan­ke der Stadt­teil­po­li­ti­ker hängt mit der La­ge der Stra­ßen zu­sam­men. Sie ent­ste­hen im Düs­sel­dor­fer Teil des Neu­bau­ge­biets an der Gren­ze zu Bü­de­rich. Da dort ein auch ein Ki­no be­hei­ma­tet ist, ent­stand die Idee, die neu­en Stra­ßen nach Schau­spie­le­rin­nen zu be­nen­nen.

Tat­säch­lich war das Ver­hält­nis zwei­er Di­ven zu Düsseldorf zwie­ge­spal­ten. Bei Mar­le­ne Dietrich ha­ben vie­le Düs­sel­dor­fer das Bild vor Au­gen, das sie 1962 am Flug­ha­fen zeigt. In ei­nem Kleid von Pier­re Bal­main traf sie in Lo­hau­sen ein. Als Eh­ren­gast der Unicef-Ga­la in der Kon­gress­hal­le sang sie „Sag mir, wo die Blu­men sind“. Zwei Jah­re zu­vor war sie in Düsseldorf je­doch von ei­nem Mäd­chen be­spuckt und auf ei­ner Thea­ter­büh­ne mit ei­nem Ei be­wor­fen wor­den. Auch Hil­de­gard Knef wur­de in Düsseldorf zu­nächst Op­fer ei­ner Atta­cke. Pas­tor Carl Klink­ham­mer hat­te zum Protest ge­gen ih­ren Film „Die Sün­de­rin“auf­ge­ru­fen, ka­tho­li­sche Ju­gend­li­che war­fen dar­auf­hin Stink­bom­ben in Vor­füh­run­gen des Films. 1993 er­hielt Knef den Hel­mut-Käut­ner-Preis, die mit 10.000 Eu­ro do­tier­te Film­aus­zeich­nung der Lan­des­haupt­stadt.

Düsseldorf ist nicht die ers­te Kom­mu­ne, die die drei Schau-

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