Neue Stu­di­en­gän­ge trotz Geld­not

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON UTE RASCH

Ein­rich­tun­gen wie Re­chen­zen­trum und Bi­b­lio­thek sol­len künf­tig spa­ren.

Wie bleibt ei­ne Uni­ver­si­tät wett­be­werbs­fä­hig? In­dem sie ex­klu­siv ist. Und Fä­cher an­bie­tet, die man sonst nir­gend­wo stu­die­ren kann, zu­min­dest nicht in der Re­gi­on. Zwar kann sich die Uni mit ih­ren 30 000 Stu­die­ren­den (fast dop­pelt so vie­le wie 2010) nicht über man­geln­de Be­liebt­heit be­kla­gen, doch Rek­to­rin An­ja St­ein­beck hat jetzt al­le Fa­kul­tä­ten auf­ge­ru­fen, über neue, un­ge­wöhn­li­che Fä­cher­kom­bi­na­tio­nen nach­zu­den­ken – nach dem Vor­bild be­reits be­ste­hen­der wie Kul­tur­ma­nage­ment oder Wirt­schaftsche­mie. Die Hoch­schu­le soll ihr An­ge­bot ver­fei­nern in Zei­ten, in de­nen die Mit­tel deut­lich knap­per wer­den. Ein Spa­gat?

Noch schreibt die Hoch­schu­le Schwar­ze Zah­len: Bei ei­nem Etat von 330 Mil­lio­nen er­wirt­schaf­te­te sie 2015 ei­nen Über­schuss von sechs Mil­lio­nen Eu­ro. „Aber wir müs­sen uns dar­auf ein­stel­len, dass vie­le un­se­rer Ein­nah­men be­fris­tet sind und in den nächs­ten Jah­ren weg­fal­len“, so St­ein­beck. So läuft der Hoch­schul­pakt mit Bund und Land bis 2020 aus, ob und wie viel von den heu­te pro Jahr ge­zahl­ten 20 Mil­lio­nen Eu­ro jähr­lich dann noch blei­ben wer­den, ist un­ge­wiss. „Auf je­den Fall spa­ren“, lau­tet ih­re Bot­schaft, die sich vor al­lem an die zen­tra­len Ein­rich­tun­gen rich­tet. So soll das Re­chen­zen­trum fünf Pro­zent sei­ner und die Uni-Bi­b­lio­thek 2,5 Pro­zent ih­rer Aus­ga­ben in den nächs­ten Jah­ren strei­chen.

Im Rück­spie­gel be­trach­tet, war 2015 ein be­son­ders er­folg­rei­ches Jahr für die Uni, zwei Son­der­for

schungs­be­rei- che – die Kö­nigs­dis­zi­plin der Wis­sen­schaft – wur­den ver­län­gert, ein neu­er be­wil­ligt. Ei­ne sol­che Er­folgs­sto­ry wird in die­sem Jahr wohl nicht ge­schrie­ben, statt­des­sen regt An­ja St­ein­beck an, künf­tig mehr mit Wis­sen­schaft­lern und Hoch­schu­len aus an­de­ren Städ­ten (wie der Uni Köln) bei Top-For­schungs­pro­jek­ten zu ko­ope­rie­ren.

Über­haupt setzt die Rek­to­rin auf Ge­mein­sam­keit. Zu Be­ginn 2017 plant sie ei­ne ge­mein­sa­me Initia­ti­ve mit IHK, Hand­werk, Stadt, Land und al­len Düs­sel­dor­fer Hoch­schu­len, „um die Wis­sens­stadt Düsseldorf zu stär­ken“. Ein Aspekt da­bei: Bür­ger mehr an For­schung zu be­tei­li­gen. Wie könn­te das aus­se­hen? An­ja St­ein­beck be­rich­tet von ei­nem Bio­lo­gen aus Nord­deutsch­land, der über sei­ne In­ter­net­platt­form die Be­völ­ke­rung auf­ge­ru­fen hat, ihm von über­all her Was­ser­pro­ben zu schi­cken. Oder von ei­nem His­to­ri­ker, der um Fo­tos von al­ten Post­kar­ten bat. „Al­les Ide­en, die aus­bau­fä­hig sind.“

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