Sport­wa­gen-Ver­käu­fer ver­liert Job nach Ren­nen ge­gen Quad

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON WULF KANNEGIESSER

Ein 42-Jäh­ri­ger klag­te vor dem Ar­beits­ge­richt er­folg­los ge­gen sei­ne frist­lo­se Kün­di­gung. Ein Straf­ver­fah­ren ge­gen ihn läuft noch.

Er­folg­los hat ein Sport­wa­gen-Ver­käu­fer beim Ar­beits­ge­richt ge­gen den frist­lo­sen Raus­schmiss bei ei­ner Au­to­fir­ma ge­klagt. Die Rich­ter be­stä­tig­ten die Kün­di­gung. Der Klä­ger war im März nachts mit ei­nem Renn-Quad von der Po­li­zei ge­stoppt wor­den, nach­dem er sich mit ei­nem Lam­bor­ghi­ni quer durch De­ren­dorf und Pem­pel­fort ein il­le­ga­les Ren­nen ge­lie­fert ha­ben soll. Den Füh­rer­schein hat­te er Jah­re zu­vor schon we­gen ei­ner Al­ko­hol­fahrt mit To­tal­scha­den ver­lo­ren, ei­ne Blut­pro­be er­gab dies­mal 1,2 Pro­mil­le. Den Kün­di­gungs­pro­zess nutz­te der 42- Jäh­ri­ge, um sei­ne Ver­si­on zu er­zäh­len. So ha­be er mit dem Quad nur ei­nen Dieb ver­folgt, der in je­ner Nacht ge­ra­de mit sei­nem gel­ben Sport­wa­gen weg­ge­braust sei. Die Rich­ter lie­ßen das nicht gel­ten.

Zwei PS-star­ke Fahr­zeu­ge, die durch die Stadt jag­ten, da­bei mit Tem­po 100 un­ter Miss­ach­tung ro­ter Am­peln und zu­letzt so­gar durch Ge­gen­ver­kehr fuh­ren. Die Po­li­zei hielt das für ein il­le­ga­les Ren­nen. Der Lam­bor­ghi­ni-Pi­lot ent­kam, der Quad-Fah­rer wur­de ge­fasst. Es war je­ner Au­to­ver­käu­fer, der bei ei­ner Sport­wa­gen­fir­ma auch mit Lam­bor­ghi­ni han­del­te. Der gel­be Flit­zer und das Quad lie­fen bei­de auf sei- nen Na­men. Aber die frist­lo­se Kün­di­gung, die sei­ne Chefs di­rekt aus­spra­chen, sei „un­fair“, klag­te er nun. Er sei nach ei­ner Fei­er in ei­nem No­bel­ho­tel per Ta­xi samt Freun­din zu sei­ner Wa­gen­hal­le ge­fah­ren, die Frau ha­be dort den gel­ben Sport­wa­gen auf den Hof ge­fah­ren, mit lau­fen­dem Mo­tor ste­hen­las­sen, sei „zur Toi­let­te ge­gan­gen“. Plötz­lich ha­be er („Ich hat­te Al­ko­hol ge­trun­ken, aber kei­ne Dro­gen ge­nom­men“) be­merkt, dass je­mand mit dem Flit­zer, der mal 400.000 Mark ge­kos­tet ha­ben soll, vom Hof ge­fah­ren sei. Um den Dieb zu stel­len, ha­be er sich trotz Al­ko­hol­rauschs aufs Quad ge­setzt, sei dem Dieb nach­ge­jagt, bis die Po­li­zei ihn stopp­te. Das an­geb­li­che Mo­tiv des Klä­gers lie­ßen die Rich­ter bei­sei­te. Sie fan­den: Mit der Quad-Fahrt un­ter Al­ko­hol ha­be der Mann sein Ar­beits­ver­hält­nis schwer be­las­tet, sei­ne Zu­ver­läs­sig­keit und Eig­nung als Au­to­ver­käu­fer in Fra­ge ge­stellt, das An­se­hen des Au­to­hau­ses ge­fähr­det. Be­rech­tigt sei der Zwei­fel des Ar­beit­ge­bers, ob der Klä­ger auch teu­re Fir­men-Sport­wa­gen ge­fähr­den könn­te, „wenn so et­was noch mal vor­kommt“. Den Job als Lam­bor­ghi­ni-Ver­käu­fer ist er des­halb los. Wie sein Straf­ver­fah­ren we­gen der Al­ko­hol­fahrt aus­geht, ist of­fen. Die Er­mitt­lun­gen da­zu dau­ern noch an.

FO­TO: BA­BY KOCHS

Mar­lies Fenners (rechts) zu Be­ginn ih­rer Zeit bei Ba­by Kochs – da­mals wa­ren die Kin­der­wa­gen im Sor­ti­ment noch deut­lich we­ni­ger ge­län­de­gän­gig.

RP-FO­TO: WUK

Der 42-Jäh­ri­ge (rechts) saß ges­tern ne­ben sei­nem An­walt Vol­ker Hof­mann im Ar­beits­ge­richt. Sei­ne Kla­ge wur­de ab­ge­wie­sen.

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