Ein ge­schenk­ter Tag bei der Feu­er­wehr

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON STEFANI GEILHAUSEN UND IN­SA MEN­ZEL

Dank ei­ner RP-Ak­ti­on durf­te Me­di­zin­stu­dent Jan Müh­len­bernd bei ei­nem Be­such Feu­er lö­schen und das Ret­tungs­boot fah­ren.

GA­RATH Das Feu­er zün­gelt noch ver­hält­nis­mä­ßig nied­rig, der klei­ne Raum füllt sich im­mer mehr mit Rauch – und der steht plötz­lich mit ei­nem lau­ten Knall in Flam­men. Roll­over nen­nen das die Fach­leu­te, und sol­che sind es auch, die in der Brand­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge der Feu­er­wehr­schu­le sehr ein­drucks­voll vor­füh­ren kön­nen, wie so et­was pas­siert. Jan Müh­len­bernd hat na­tür­lich schon da­von ge­hört, und in der Theo­rie hat der frei­wil­li­ge Feu­er­wehr­mann auch ge­lernt, wie es zu die­ser so ge­nann­ten Rauch­durch­zün­dung kommt: Wenn et­wa bei ei­nem Woh­nungs­brand das Mo­bi­li­ar ver­brennt, ent­ste­hen Ga­se, die im ge­schlos­se­nen Raum durch das Feu­er wei­ter er­hitzt wer­den. Ist ge­nug Sau­er­stoff vor­han­den, ent­zün­den die­se Ga­se sich dann ex­plo­si­ons­ar­tig selbst. „Das so di­rekt zu se­hen, war sehr be­ein­dru­ckend“, sagt Müh­len­bernd.

Mög­lich macht’s die Brand­si­mu­la­ti­ons­an­la­ge, die erst An­fang des Jah­res in Be­trieb ge­nom­men wur­de, und in der je­de Art von Feu­er ge­zielt aus­ge­löst wer­den kann. Do­mi­nik Bern­schnei­der ist ei­ner der Aus­bil­der an der Feu­er­wehr­schu­le in Ga­rath, die dort die Azu­bis in den ver­schie­de­nen Löschar­ten schu­len und sie bis­wei­len auch „an ih­re Gren­zen brin­gen“, wie der 45-Jäh­ri­ge sagt. Denn kei­ne Theo­rie kann den Feu­er­wehr­nach­wuchs dar­auf vor­be­rei­ten, wie man sich im Feu­er fühlt – und wie den Re­flex un­ter­drückt, da­von zu lau­fen.

Dies­mal durf­te Jan Müh­len­bernd lö­schen. Der Stu­dent hat­te bei ei­ner Ak­ti­on un­se­rer Zei­tung den Tag bei der Feu­er­wehr ge­won­nen, und Bern­schnei­der ist ganz zu­frie­den, dass er ge­wis­ser­ma­ßen ein Kol­le­ge ist. „Da muss ich nicht je­den Fach­be­griff er­klä­ren.“Denn Jan Müh­len­bernd kam schon als 13-Jäh­ri­ger zur Ju­gend­feu­er­wehr, ist seit vier Jah­ren auch bei der ak­ti­ven Lösch­grup­pe in sei­nem Hei­mat­ort im Müns­ter­land. Da­für aber bleibt, seit er in Dü­sel­dorf Me­di­zin stu­diert, im­mer we­ni­ger Zeit. Des­halb hat Gui­do Volk­mar ihm bei der Be­rufs­feu­er­wehr auch ein be­son­ders viel­sei­ti­ges Pro­gramm or­ga­ni­siert: Müh­len­bernd durf­te mit dem Ret­tungs­boot fah­ren, die Lösch­boots­wa­che und die Leit­stel­le be­sich­ti­gen. „Das ist schon et­was an­ders, so ei­ne Groß­stadt-Feu­er­wehr“, sagt er.

Den Schalt­tag im Fe­bru­ar hat­te un­se­re Re­dak­ti­on zum An­lass ge­nom­men, ei­nen be­son­de­ren Tag zu ver­schen­ken. Die Ge­win­ner durf­ten ei­nen Rhein­bahn-Bus steu­ern, ei­nen Tag mit dem Ober­bür­ger­meis­ter oder dem Rie­sen­rad ver­brin­gen. Jan Müh­len­bernd hat­te sich für die Feu­er­wehr be­wor­ben und lös­te den Ge­winn jetzt ein: „Es war noch viel bes­ser, als ich mir das vor­ge­stellt hat­te“, sagt er, und ver­sprach zum Ab­schied, sei­nem Eh­ren­amt bei der Feu­er­wehr treu zu blei­ben.

Die Aus­rüs­tung ist für den frei­wil­li­gen Feu­er­wehr­mann Jan Müh­len­bernd nicht fremd, der All­tag ei­ner Be­rufs­feu­er­wehr da­ge­gen schon.

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