ANALYSE Will

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

die SPD ab­seits der gro­ßen Ko­ali­ti­on ei­ne rea­lis­ti­sche Macht­per­spek­ti­ve im Bund, braucht sie Grü­ne und Lin­ke. Doch wie rea­lis­tisch ist ein rot-rot-grü­nes Bünd­nis nach der Bun­des­tags­wahl? Und wie groß der Wil­le da­zu?

Wel­che Be­deu­tung hat die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl? Die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl im Fe­bru­ar des kom­men­den Jah­res könn­te ein Lack­mus­test für den Wil­len des lin­ken La­gers sein, tat­säch­lich et­was ge­mein­sam auf die Bei­ne zu stel­len. Wenn es noch nicht ein­mal ge­lin­gen soll­te ei­nen ge­mein­sa­men Kan­di­da­ten für Schloss Bel­le­vue zu fin­den, dann rückt auch ei­ne mög­li­che Ko­ali­ti­on auf Bun­des­ebe­ne in wei­te Fer­ne. Ak­tu­ell lau­fen im lin­ken La­ger Ge­sprä­che für ei­nen ge­mein­sa­men Vor­schlag für die Wahl in der Bun­des­ver­samm­lung. Frag­lich ist, ob sich die Grü­nen ein­bin­den las­sen, denn sie ris­kie­ren da­mit, bei der Bun­des­tags­wahl ih­re bür­ger­li­chen Wäh­ler zu ver­lie­ren. Wie funk­tio­niert das Bünd­nis in Thü­rin­gen? Die Ko­ali­ti­on in Thü­rin­gen funk­tio­niert über­ra­schend gut. Mi­nis­ter­prä­si­dent Bo­do Ra­me­low zeigt sich als Prag­ma­ti­ker, der auch in den Rei­hen der Län­der­s­chefs durch­aus mal die Stim­me der Ver­nunft er­hebt. Wenn auf Bun­des­ebe­ne ei­ne neue Macht­kon­stel­la­ti­on ge­schaf­fen wer­den soll, dann ist ein funk­tio­nie­ren­des Vor­bild auf Län­der­ebe­ne un­er­läss­lich. Die­se Be­din­gung wä­re mit Thü­rin­gen er­füllt. Seit De­zem­ber 2014 ist Rot-Rot-Grün dort an der Re­gie­rung.

rot-rot-grü­ne Ist die Zeit reif für ei­ne rot-rot-grü­ne Bun­des­re­gie­rung? Ein Links­bünd­nis gilt zu­min­dest nicht mehr als Schreck­ge­spenst. Die Zeit ist al­so nicht di­rekt reif, aber die Wi­der­stän­de sind ge­rin­ger ge­wor­den. Soll­te die­se Op­ti­on 2017 im Ver­gleich zu heu­te an Ge­wicht ge­win­nen, wird die Uni­on ga­ran­tiert wie­der ih­re kam­pa­gne­fä­hi­gen ro­ten So­cken aus­pa­cken. Da­mit wird sie auch noch ei­ne Rei­he von Wäh­lern über­zeu­gen kön­nen. Die Zug­kraft von einst wird ei­ne sol­che Kam­pa­gne aber nicht mehr ha­ben. Ei­ne neue Kon­stel­la­ti­on hat 2017 gu­te Chan­cen, da die Wäh­ler und auch die Ak­teu­re selbst der gro­ßen Ko­ali­ti­on über­drüs­sig sind. Je ge­rin­ger die Chan­cen für Schwarz-Grün aus­fal­len, des­to mehr stei­gen die für Rot-Rot-Grün.

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