Rem­mel will Uran-An­la­ge schlie­ßen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DET­LEV HÜWEL

Der NRW-Um­welt­mi­nis­ter legt sich mit Berlin an. Blo­cka­de in Gro­nau auf­ge­löst.

DÜS­SEL­DORF/GRO­NAU Nord­rheinWest­fa­lens Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel be­steht dar­auf, dass die Uran-Wie­der­auf­ar­bei­tungs­an­la­ge im west­fä­li­schen Gro­nau (Kreis Bor­ken) ge­schlos­sen wird. „Es ist nicht ver­mit­tel­bar, dass hier wei­ter­hin Brenn­stof­fe für si­cher­heits­tech­nisch pro­ble­ma­ti­sche aus­län­di­sche Atom­kraft­wer­ke her­ge­stellt wer­den, ob­wohl Deutsch­land aus der Atom­ener­gie aus­steigt“, sag­te der Grü­nen-Po­li­ti­ker un­se­rer Re­dak­ti­on. SPD und Grü­ne hät­ten be­reits in ih­rem Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, das Werk rechts­si­cher zu schlie­ßen. Seit­dem be­mü­he sich die Lan­des­re­gie­rung um die Still­le­gung. „Die Bun­des­re­gie­rung ist da­zu je­doch bis­her nicht be­reit“, kri­ti­siert der Mi­nis­ter.

Tat­säch­lich hat die für nu­klea­re Si­cher­heit zu­stän­di­ge Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) erst kürz­lich im Bun­des­tag er­klärt, der Bund ha­be „nicht die Ab­sicht, dort zu ei­nem En­de zu kom­men“. Für Rem­mel ist die­se Po­si­ti­on „schwer nach­voll­zieh­bar“. In ei­nem Schrei­ben an Hend­ricks ver­weist er auf den Be­schluss der Um­welt­mi­nis­ter­kon­fe­renz von Mit­te Ju­ni, wo­nach das Werk in Gro­nau still­zu­le­gen sei. Da­für müss­te es al­ler­dings vom Bund in den Wir­kungs­kreis des Ge­set­zes zum Atom­aus­stieg ein­be­zo­gen wer­den. Der Wei­ter­be­trieb von Deutsch­lands ein­zi­ger An­la­ge zur kom­mer­zi­el­len Uran­an­rei­che­rung sei „nicht ver­tret­bar“, so Rem­mel. Die gro­ße Mehr­heit der Bür­ger wün­sche sich, „die ge­sam­te Atom­in­dus­trie ein­schließ­lich der Vor­pro­duk­te zu be- en­den und die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken für Mensch, Na­tur und Um­welt zu ver­mei­den“.

Un­ter­des­sen hat die Po­li­zei ei­ne seit Wo­chen­be­ginn be­ste­hen­de Blo­cka­de der Werks­zu­fahrt durch Atom­kraft­geg­ner auf­ge­löst. Zu Zwi­schen­fäl­len kam es nicht. An­ge­sichts der ver­mehr­ten Stör­mel­dun­gen aus den bel­gi­schen Atom­mei­lern in Do­el und Ti­han­ge war es zu wie­der­hol­ten Pro­tes­ten ge­gen die Uran-An­rei­che­rungs­an­la­ge ge­kom­men. Kri­ti­ker ver­mu­ten, dass von dort aus ato­ma­rer Brenn­stoff nach Bel­gi­en ge­langt. Dar­über gibt es nach Dar­le­gung der Lan­des­re­gie­rung aber kei­ne Er­kennt­nis­se.

Das Land hat sich al­ler­dings der Kla­ge der Stadt Aa­chen ge­gen die Ver­län­ge­rung der Lauf­zei­ten für die bel­gi­schen Atom­an­la­gen an­ge­schlos­sen.

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