Ges­tern Geg­ner, heu­te Ver­bün­de­te

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON KATH­RIN MUCKEL

Ber­nie San­ders un­ter­stützt im US-Wahl­kampf jetzt Hil­la­ry Cl­in­ton. Ein hal­bes Jahr lang ha­ben sich die bei­den zu­vor in den Vor­wah­len be­kämpft – und San­ders hat kräf­tig ge­gen Cl­in­ton aus­ge­teilt.

WA­SHING­TON „Stron­ger to­ge­ther“lau­te­te das Mot­to am Di­ens­tag auf ei­ner Büh­ne in Portsmouth. Dort kün­dig­te Ber­nie San­ders – bis vor Kur­zem selbst noch Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der US-De­mo­kra­ten – an, ab so­fort für sei­ne ehe­ma­li­ge Par­tei­ri­va­lin, Hil­la­ry Cl­in­ton, zu stim­men. Die Quint­es­senz ist of­fen­sicht­lich: Ge­mein­sam will man ge­gen den Kan­di­da­ten der Re­pu­bli­ka­ner, Do­nald Trump, an­kämp­fen und mehr Wäh­ler­stim­men ein­ho­len. Doch gin­gen die­sem San­der­sCl­in­ton-Bünd­nis in­ner­par­tei­li­che Gr­a­ben­kämp­fe vor­aus. Bei­spiel 1 Noch im Fe­bru­ar, im Rah­men der De­bat­te um ei­ne Ver­bes­se­rung des me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­sys­tems, zwei­fel­te San­ders an der Kom­pe­tenz sei­ner da­ma­li­gen Kon­kur­ren­tin. Am Di­ens­tag zähl­te er dann je­doch wohl­wol­lend die Aspek­te im me­di­zi­ni­schen Be­reich auf, die sich zu­künf­tig durch Cl­in­ton än­dern sol­len. Un­ter an­de­rem sprach er da­bei auch das Pro­blem der nicht kran­ken­ver­si­cher­ten US-Bür­ger an. Ge­ra­de über ei­ne staat­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung wa­ren sich die bei­den De­mo­kra­ten aber lan­ge un­eins ge­we­sen. Bei­spiel 2 San­ders’ Vor­wurf, Cl­in­ton sei „un­qua­li­fi­ziert“und ver­fol­ge ei­ne „de­sas­trö­se“Po­li­tik, die da­zu füh­re, dass Ar­beits­stel­len aus den USA ins Aus­land ver­la­gert wer­den, ist wohl auch Ge­schich­te. In Portsmouth mach­te er mehr­fach deut­lich, dass Cl­in­ton wil­lig sei, die „brö­ckeln­de In­fra­struk­tur“wie­der auf­zu­bau­en. An­statt Jobs ins Aus­land zu ver­la­gern, pla­ne sie, meh­re­re Mil­lio­nen neue Stel­len zu schaf­fen. Au­ßer­dem sei sie in punc­to Min­dest­lohn mit ihm, San­ders, ei­ner Mei­nung. Ge­mein­sam wol­len sie zu­künf­tig vie­len US-Bür­gern ein Le­ben am Exis­tenz­mi­ni­mum er­spa­ren. Bei­spiel 3 Schar­fe Kri­tik sei­tens San­ders fing sich Cl­in­ton auch in Be­zug auf die Kli­ma­kri­se ein. San­ders be­män­gel­te An­fang des Jah­res, sei­ne Kon­kur­ren­tin po­si­tio­nie­re sich nicht deut­lich ge­nug ge­gen die ge­plan­te „Keystone-Pi­pe­line“, ei­ne Öl­pipe­line von Ka­na­da nach Te­xas. Nun lob­te San­ders die 68-Jäh­ri­ge für ihr In­ter­es­se an den neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­sen und den Mög­lich­kei­ten, die der­zeit be­stün­den, um der Kli­ma­ver­än­de­rung ent­ge­gen­zu­tre­ten.

FOTO: IMAGO

Ber­nie San­ders und Hil­la­ry Cl­in­ton am Di­ens­tag bei ei­ner ge­mein­sa­men Kund­ge­bung in New Hamp­shire.

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