Mehr Glas­fa­ser­an­schlüs­se für NRW-Ge­wer­be­ge­bie­te

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

Die Düs­sel­dor­fer 1&1 Ver­sa­tel plant ei­ne In­ves­ti­ti­ons­of­fen­si­ve. Die Fir­ma for­dert das Land auf, Äm­ter bes­ser zu ver­net­zen.

DÜS­SEL­DORF Nur rund zehn Pro­zent der 3000 Ge­wer­be­ge­bie­te in NRW ha­ben ei­nen schnel­len On­li­ne-An­schluss –- ei­nes der größ­ten Hin­der­nis­se beim Weg in ei­ne bes­se­re di­gi­ta­le Zu­kunft. Jetzt kün­digt die Düs­sel­dor­fer 1&1 Ver­sa­tel an, ei­nen wich­ti­gen Teil der Ge­bie­te mit su­per­schnel­len Glas­fa­ser­an­schlüs­sen mit ei­nem Über­tra­gungs­tem­po von teil­wei­se mehr als 1000 Me­ga­bit/Se­kun­de an­zu­schlie­ßen. „Wir wol­len un­se­re Glas­fa­ser­netz-Reich­wei­te von über 41.000 Ki­lo­me­tern wei­ter- hin si­gni­fi­kant er­hö­hen“, er­klärt im Ge­spräch Jür­gen Her­ni­chel, seit Fe­bru­ar Chef von Ver­sa­tel. Da­für wol­le man „bun­des­weit und spe­zi­ell in NRW vie­le Ge­wer­be­ge­bie­te neu ans Netz neh­men, die bis­her nur sehr lang­sa­me In­ter­net­an­schlüs­se ha­ben.“Da­für soll­ten auch die För­der­pro­gram­me von NRW und des Bun­des ge­nutzt wer­den.

Die An­kün­di­gung hat Ge­wicht. Denn Ver­sa­tel ist nach der Te­le­kom und nach dem Welt­kon­zern Vo­da­fo­ne der dritt­wich­tigs­te Be­trei­ber ei­nes Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­zes für Fir­men­kun­den in Deutsch­land. Und seit En­de 2014 die mit acht Mil­li­ar­den Eu­ro be­wer­te­te Uni­ted In­ter­net (UI) AG die Kon­trol­le über­nom­men hat, ver­fügt Ver­sa­tel über ge­nü­gend Geld, um mehr zu in­ves­tie­ren. Der Na­me Ver­sa­tel wur­de in 1&1 Ver­sa­tel er­wei­tert, weil 1&1 Haupt­mar­ke von UI ist.

Al­ler­dings wird es die neu­en An­schlüs­se nicht zum Schnäpp­chen­preis ge­ben. 199 Eu­ro sind im ers­ten Jahr pro Mo­nat fäl­lig, da­nach 299 Eu­ro im Mo­nat für 500 Me­ga­bit Down­loadt­em­po und 100 Me­ga­bit Upload­ge­schwin­dig­keit. „Na­tür­lich sind Glas­fa­ser­pro­duk­te teu­rer als ein DSL-An­schluss“, räumt Her­ni­chel ein. Aber zum An­ge­bot ge­hör­ten auch Si­cher­heits­tech­nik, In­ter­net-Adres­sen und ein ga­ran­tier­tes Ent­stör­tem­po.

Das Land for­dert Her­ni­chel auf, Be­hör­den bes­ser zu ver­net­zen: „In Schles­wig-Hol­stein wer­den nun al­le Ver­wal­tungs­ge­bäu­de des Lan­des und 600 Schu­len von uns mit Glas­fa­ser an­ge­schlos­sen. Das ist vor­bild­lich, ei­ne ähn­li­che Initia­ti­ve soll­te sich NRW auch über­le­gen.“

Der frü­he­re Te­le­kom-Ma­na­ger hält we­nig da­von, dass die Bun­des­re­gie­rung vor­ran­gig auf die DSL- Tech­nik der Te­le­kom setzt, um Be­völ­ke­rung und Fir­men mit mehr schnel­len On­li­ne-An­schlüs­sen zu ver­sor­gen. Das sei „kurz­fris­tig ge­dacht“, weil DSL nicht das auf Dau­er not­wen­di­ge Über­tra­gungs­tem­po von weit mehr als 200 Me­ga­bit an­bie­tet: „Die Un­ter­neh­men brau­chen zu­neh­mend ho­he Band­brei­ten, um Fi­lia­len zu ver­net­zen, um In­for­ma­tio­nen aus­zu­tau­schen, oder um drei­di­men­sio­na­le Prä­sen­ta­ti­on oder Vi­deo­kon­fe­ren­zen zu nut­zen. Dar­um rech­nen wir mit ei­ner stark stei­gen­den Nach­fra­ge für Glas­fa­ser in den nächs­ten Jah­ren.“

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