Kalenderblatt 14. Ju­li 1865

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FOTO: ISTOCKPHOTO

Sie­ben Män­ner er­reich­ten am 14. Ju­li 1865 den Gip­fel des Mat­ter­horns (Foto) – nur drei von ih­nen kehr­ten un­be­scha­det ins Tal zu­rück. Lan­ge hat­te der be­rühm­te Berg als un­be­sieg­bar ge­gol­ten. Doch der eng­li­sche Al­pi­nist Ed­ward Whym­per woll­te nicht auf­ge­ben. Im­mer wie­der reis­te er zum Mat­ter­horn, 1862 über­leb­te er ei­nen schwe­ren Sturz. 1865 woll­te Whym­per ei­gent­lich mit sei­nem Freund Je­an-An­toi­ne Car­rel auf­stei­gen – doch der Ita­lie­ner star­te­te mit ei­ner an­de­ren Seil­schaft von Ita­li­en aus. Whym­per fühl­te sich hin­ter­gan­gen, reis­te nach Zer­matt und stell­te in al­ler Ei­le ei­ne sie­ben­köp­fi­ge Mann­schaft zu­sam­men. Die Berg­stei­ger woll­ten ei­nen neu­en Weg ver­su­chen: über den Hörn­li­grat und durch die Nord­wand. Die Rou­te ent­pupp­te sich als Glücks­griff. Am frü­hen Nach­mit­tag stan­den die sie­ben Män­ner am Gip­fel. Um ih­ren Tri­umph per­fekt zu ma­chen, ent­deck­ten sie weit un­ter sich die Seil­schaft der Ita­lie­ner. Doch auf dem Rück­weg ge­schah das Un­glück, das die Erst­be­stei­gung des Mat­ter­horns bis heu­te un­ver­gess­lich macht. Der jüngs­te der Berg­stei­ger rutsch­te aus, fiel und riss drei sei­ner Ka­me­ra­den mit in den Tod. Das Ver­bin­dungs­seil zwi­schen den vier Ver­un­glück­ten und den drei Über­le­ben­den war ge­ris­sen – Ge­rüch­te, dass es durch­ge­schnit­ten wor­den war, konn­ten nie be­wie­sen wer­den. Die Erst­be­stei­gung wur­de zur Le­gen­de und zum Vor­bild zahl­rei­cher Ro­ma­ne und Ver­fil­mun­gen.

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