Til­ly-Schau mit Mer­kel und Co jetzt im Marx-Haus

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON UWE-JENS RUHNAU

Ein gan­zes Land duckt sich und taucht nach rechts ab: Po­len geht vor Herrn Kac­zyn­ski auf die Knie, der in Mi­li­tär­uni­form dar­ge­stell­te Po­li­ti­ker stellt sei­nen Stie­fel dem Land auf den Kopf. So sah ei­ner der Mot­to­wa­gen von Jac­ques Til­ly beim dies­jäh­ri­gen Ro­sen­mon­tags­zug aus, er hat wie so manch an­de­rer Wa­gen für hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen ge­sorgt.

Der Kopf der Kac­zyn­ski-Fi­gur ist jetzt in ei­nem Schau­fens­ter des An­baus des Wil­helm-Marx-Hau­ses an der Ka­ser­nen­stra­ße zu se­hen. Hübsch da­zu de­ko­riert ist das Ra­dio mit der Auf­schrift „Ra­dio Ma­ria“. Da­mit der Be­trach­ter ver­steht, wo­rum es geht, hängt auf der Schau­fens­ter­schei­be auch ein Foto des Mot­to­wa­gens. Wei­te­re Til­ly-Wer­ke sind zu se­hen: die Kanz­le­rin, Papst und Pu­tin, Herr See­ho­fer, der die Kreu­zi­gung von An­ge­la Mer­kel for­dert, weil sie zu nett zu Flücht­lin­gen ist oder war.

„Ich fand schon im­mer, dass die Mot­to­wa­gen nicht nur zu Kar­ne­val zu se­hen sein soll­ten“, sagt Bern­dUwe Wil­ler von der Im­mo­bi­li­en­fir­ma Black­be­ar Re­al Esta­te. Sei­ner Fir­ma ge­hört das Eck­haus an der Hein­rich-Hei­ne-Al­lee 1, das jetzt für die neue Alt­stadt-Wa­che um­ge­baut wird. Dort wa­ren seit Ja­nu­ar ei­ni­ge der Til­ly-Ex­po­na­te aus­ge­stellt, dies aber weit­ge­hend von der Öf­fent­lich­keit un­be­merkt.

Das wird jetzt an­ders sein. Der Bau­zaun an der Ka­ser­nen­stra­ße ist weit­ge­hend zu­rück­ge­baut, die Schau­fens­ter mit den när­ri­schen Fi­gu­ren gut zu se­hen. Es han­delt sich um den Teil des Wil­helm-Mar­xHau­ses, der der Stadt Düs­sel­dorf ge­hört, und so­lan­ge das ehe­ma­li­ge Ge­schäft von Fau­sel Bis­kamp nicht wie­der ver­mie­tet ist, wer­den Düs­sel­dorfs Kar­ne­vals-Gold­stü­cke un­ter dem Mot­to „Sa­ti­re auf Rä­dern“dort zu be­wun­dern sein. Til­ly ist da­für „sehr dank­bar“, denn na­tür­lich ha­ben sei­ne Skulp­tu­ren the­ma­tisch ei­ne län­ge­re Halt­bar­keit als je­ne St­un­den am Ro­sen­mon­tag.

Initia­tor Wil­ler macht das Gan­ze aus Spaß an der Freud, eben­so die wei­te­ren Mit­strei­ter. Sei­ne Frau Su­san­ne ist Prä­si­den­tin der Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Markt­frau­en, und er selbst macht nun jeck Kar­rie­re: Er ist der neue Sel­le­rie­prinz.

RP-FOTO: ANDRE­AS BRETZ

Jac­ques Til­ly mit Mer­kel und ih­rer Rau­te: Die je­cken Skulp­tu­ren sind jetzt im An­bau des Wil­helm-Marx-Hau­ses zu se­hen.

ARCHIV-FOTO: SE­BAS­TI­AN HOP­PE

Der Chor der Al­lein­er­zie­hen­den Müt­ter bei ei­nem Auf­tritt im Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus.

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