Aux­mo­ney ver­dop­pelt Kre­dit­vo­lu­men

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Das Düs­sel­dor­fer Un­ter­neh­men hat 2008 Start-up be­gon­nen. Heu­te ist es füh­rend in Deutsch­land bei der Ver­mitt­lung von Kre­di­ten von Pri­va­ten an Pri­va­te im In­ter­net. Bis­lang wur­den Dar­le­hen von 268 Mil­lio­nen Eu­ro wei­ter­ge­reicht.

„Start-up“ist in Düs­sel­dorf zur­zeit das wirt­schaft­li­che Mo­de­wort schlecht­hin. Doch Start-ups, die wirk­lich Jobs schaf­fen, sind na­tur­ge­mäß noch Man­gel­wa­re. Doch ei­ni­ge ha­ben den Sprung aus der Grün­der-Sze­ne zum Mit­tel­ständ­ler ge­schafft. Die meis­ten Men­schen den­ken an das Rei­se­por­tal Tri­va­go, wenn sie Düs­sel­dorf und Start-up hö­ren. Weit we­ni­ger be­kannt und auch ra­sant wach­send ist das Düs­sel­dorf Fi­nanz-Start-up Aux­mo­ney mit Sitz an der Kö­nigs­al­lee. Das Vo­lu­men der über die In­ter­net­sei­te aux­mo­ney.com aus­ge­zahl­ten Kre­di­te ha­be in den ers­ten sechs Mo­na­ten die­ses Jah­res das Re­kord­ni­veau von 79,51 Mil­lio­nen Eu­ro er­reicht, teil­te das Un­ter­neh­men ges­tern mit. Ge­gen­über den 39,27 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem Vor­jah­res­zeit­raum stellt das ein Wachs­tum von 102,5 Pro­zent dar.

„Die Ver­dopp­lung des aus­ge­zahl­ten Vo­lu­mens be­legt die Vor­tei­le un­se­res Ge­schäfts­mo­dells, Kre­di­te di­rekt von Mensch zu Mensch zu ver­ge­ben. Die neu­en Best­mar­ken von Aux­mo­ney als Markt­füh­rer ha­ben zu­dem Si­gnal­wir­kung für die ge­sam­te Bran­che und sind ein Be­weis, dass sich die Fi­nanz­welt durch Fin­techs grund­le­gend ver­än­dert“, sagt Raf­fa­el Joh­nen, Ge­schäfts­füh­rer und Mit­grün­der von Aux­mo­ney.

Das seit der Grün­dung im Jahr 2007 aus­ge­zahl­te Vo­lu­men hat zum 30. Ju­ni 2016 ins­ge­samt 268,3 Mil­lio­nen Eu­ro be­tra­gen. Das Wachs­tum wird auch an der ste­tig stei­gen- den An­zahl aus­ge­zahl­ter Kre­di­te sicht­bar: Im ers­ten Halb­jahr 2015 wur­den 6300 Kre­di­te aus­ge­zahlt, im Ver­gleichs­zeit­raum 2016 wa­ren es schon 10.700. Das ent­spricht ei­ner Stei­ge­rung von 68,7 Pro­zent. Die Kre­dit­hö­he stieg in die­ser Zeit von durch­schnitt­lich 6200 Eu­ro auf 7400 Eu­ro. Die durch­schnitt­lich er­ziel­te Ren­di­te lie­ge mit 5,5 Pro­zent über den Ren­di­ten tra­di­tio­nell ver­zins­ter Geld­an­la­gen. Da­bei ist der durch­schnitt­li­che Aus­fall in Hö­he von drei Pro­zent be­reits be­rück­sich­tigt. Vor­aus­set­zung zur Er­rei­chung die­ser Durch­schnitts­ren­di­te ist je- doch ei­ne brei­te Streu­ung auf vie­le Kre­dit­neh­mer, sagt ein Spre­cher.

Aux­mo­ney ist ein Por­tal, bei dem Pri­va­te di­rekt an Pri­va­te Klein­kre­di­te mit ein bis fünf Jah­ren Lauf­zeit ver­ge­ben. Theo­re­tisch kann sich ein An­le­ger zwar sei­nen Kre­dit­neh­mer in­di­vi­du­ell su­chen, prak­tisch nut- zen die meis­ten An­le­ger aber den so ge­nann­ten Port­fo­lio-Buil­der, ein Com­pu­ter-Werk­zeug, das die an­ge­leg­te Sum­me rech­ne­risch auf mög­lichst vie­le Kre­dit­neh­mer un­ter­schied­li­cher Bo­ni­tä­ten ver­teilt. Das soll das Aus­fall­ri­si­ko be­gren­zen.

In­zwi­schen be­schäf­tigt Aux­mo­ney am Haupt­sitz in Düs­sel­dorf 120 Festan­ge­stell­te und 30 Stu­den­ten. Noch hat das Un­ter­neh­men aber nicht die Ge­winn­zo­ne er­reicht. „Wachs­tum und da­mit die Si­che­rung von Markt­an­tei­len ist uns der­zeit wich­ti­ger“, sagt der Aux­mo­ney­Spre­cher. Ne­ben pri­va­ten gibt es in­zwi­schen auch in­sti­tu­tio­nel­le Geld­ge­ber, et­wa der nie­der­län­di­sche Ver­si­che­rungs­kon­zern Ae­gon, der 150 Mil­lio­nen Eu­ro in Aux­mo­ney­Kre­di­te in­ves­tie­ren will.

RP-FOTO: ANDRE­AS BRETZ

Phi­lip Kamp (l.) und Phil­ipp Krie­pen­dorf sind zwei der drei Grün­der von Aux­mo­ney mit Sitz an der Kö. Die Fir­ma ver­mit­telt Kre­di­te von Pri­vat an Pri­vat und be­hält da­für ei­nen Teil des Zin­ses ein.

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