Ver­fas­sungs­ge­richt macht Druck bei Erb­schaft­steu­er

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

KARLS­RU­HE (anh/rtr) Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt greift in den Streit über die Erb­schaft­steu­er ein und ver­setzt Po­li­tik und Wirt­schaft in Auf­re­gung. Das Ge­richt kün­dig­te ges­tern an, es wer­de sich En­de Sep­tem­ber er­neut mit dem The­ma be­fas­sen. Die Rich­ter hat­ten 2014 vom Ge­setz­ge­ber ver­langt, ver­fas­sungs­kon­for­me Re­geln für Fir­mener­ben bis zum 30. Ju­ni 2016 Zeit ge­ge­ben. Die Frist ist oh­ne Neu­re­ge­lung ver­stri­chen, da der Bun­des­rat dem Ge­setz­ent­wurf nicht zu­stimm­te, son­dern den Ver­mitt­lungs­aus­schuss an­rief. Das Ge­richt könn­te nun die Steu­er­be­güns­ti­gung für Be­triebs­er­ben ganz strei­chen oder durch ei­ne ei­ge­ne Über­gangs­re­gel er­set­zen, die für Be­trof­fe­ne teu­rer aus­fal­len könn­te als bis­her.

Im Kern dreht sich der Kon­flikt um die Fra­ge, wie weit der Staat Fir­mener­ben bei der Erb­schaft­steu­er ver­scho­nen darf, wenn die­se Fir­ma und Ar­beits­plät­ze er­hal­ten.

CSU-Mit­tel­stands­po­li­ti­ker Hans Mi­chel­bach warn­te: „Das kann ein Rie­sen­pro­blem für den Stand­ort wer­den.“Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men wür­den in neue Un­si­cher­hei­ten ge­stürzt. Schuld der CSU, meint NRWFi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD). „Ur­sa­che da­für, dass sich das Ver­fas­sungs­ge­richt er­neut mit der Sa­che be­fas­sen muss, ist al­lein die CSU. Sie hat als ver­län­ger­ter Arm der Lob­by­is­ten da­für ge­sorgt, dass der Ge­setz­ent­wurf so­weit aus­ge­höhlt wor­den ist, dass bei Erb­schaf­ten bis zu 90 Mil­lio­nen Eu­ro pro Er­ben prak­tisch kei­ne Erb­schaft­steu­er zu zah­len wä­re und dar­über hin­aus mit ho­her Wahr­schein­lich­keit auch nicht“, sag­te Wal­ter-Bor­jans un­se­rer Re­dak­ti­on. Das sei we­der ver­mit­tel­bar noch ver­fas­sungs­ge­mäß. Er for­der­te: „Wir müs­sen uns nun zü­gig auf ei­ne fai­re Be­steue­rung von Gro­ßerb­schaf­ten ver­stän­di­gen, und da­zu muss sich die CSU endlich be­we­gen.“

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