Post darf Ren­ten-Sub­ven­tio­nen be­hal­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

BONN/LU­XEM­BURG Die Deut­sche Post darf rund 377 Mil­lio­nen Eu­ro an in­di­rek­tem Zu­schuss für Pen­si­ons­las­ten ih­rer Be­am­ten be­hal­ten. Sie muss die­ses Geld nicht an die Bun­des­re­gie­rung zu­rück­ge­ben. Dies hat das EU-Ge­richt in Lu­xem­burg nach ei­ner Kla­ge des Bun­des ent­schie­den. Es han­delt sich um ei­ne wei­te­re Etap­pe ei­ner län­ge­ren Aus­ein­an­der­set­zung, bei der die EU die Bun­des­re­gie­rung als Haupt­ak­tio­när der Post im­mer wie­der be- zich­tigt, das Un­ter­neh­men un­ge­recht­fer­tigt zu be­güns­ti­gen – und da­mit Wett­be­wer­ber zu schwä­chen.

Kon­kret geht es dar­um, dass Zah­lun­gen für den Zei­t­raum ab 2003 von der EU-Kom­mis­si­on im Jahr 2012 als un­er­laub­te Bei­hil­fe ein­ge­stuft wor­den wa­ren. Da­ge­gen hat­ten die Bun­des­re­pu­blik und auch die Post Wi­der­spruch ein­ge­legt. Ein Spre­cher des Bon­ner Dax-Kon­zerns be­grüß­te die Ent­schei­dung des Ge­rich­tes. Die Brüs­se­ler Be­hör­de kann al­ler­dings noch vor den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) zie­hen.

Im ak­tu­el­len Fall ging es um die Be­rück­sich­ti­gung der Pen­si­ons­bei­trä­ge für die ak­ti­ven Be­am­ten bei ei­ner Kos­ten­auf­stel­lung der Post, die zur Fest­set­zung des Brief­por­tos her­an­ge­zo­gen wird. Die Hö­he des Por­tos wird amt­lich von der Bun­des­netz­agen­tur ge­neh­migt – da­bei sind un­ter an­de­rem die Pen­si­ons­kos­ten ein Fak­tor in der Rech­nung. Je hö­her sie kal­ku­liert wer­den, um­so mehr Geld kann die Post ein­neh­men.

Aus Sicht der Kom­mis­si­on war der kal­ku­lier­te Pos­ten aber zu hoch. Die EU-Kom­mis­si­on ha­be aber nicht nach­ge­wie­sen, dass der Deut­schen Post ein Wett­be­werbs­vor­teil ge­gen­über Kon­kur­ren­ten ent­stan­den sei, ur­teil­ten die Lu­xem­bur­ger Rich­ter nun. Die Ein­stu­fung der Gel­der als un­er­laub­te Bei­hil­fen durch die Brüs­se­ler Be­hör­de sei da­mit nicht rech­tens. Man kann es auch an­ders sa­gen: Ein un­er­laubt ho­hes Brief­por­to bringt der Post ja kei­nen di­rek­ten Wett­be­werbs­vor­teil, son­dern bes­ten­falls ei­nen in­di­rek­ten Vor­teil, weil sol­che Ge­win­ne hel­fen kön­nen, an­de­re Ge­schäfts­be­rei­che zu stüt­zen.

Die Post hat­te die Sum­me 2012 vor­sorg­lich auf ein Treu­hän­der­Kon­to ge­legt. Nun wer­de das Un­ter­neh­men das Geld wie­der ver­wen­den, er­klärt das Un­ter­neh­men. Ak­tu­ell ar­bei­ten bei der Post noch knapp 36 000 Be­am­te. Bei­hil­fen des Staa­tes an die Post sind seit Jah­ren im­mer wie­der Ge­gen­stand von recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Brüs­sel. 2002 et­wa hat­te die EUKom­mis­si­on rund 572 Mil­lio­nen Eu­ro Bei­hil­fen an die Post für un­zu­läs­sig er­klärt. Die­se Ent­schei­dung wur­de spä­ter vom EuGH ge­kippt.

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