Licht­lein darf nicht mit nach Rio

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON ECK­HARD CZE­KAL­LA

Hand­ball-Bun­des­trai­ner ent­schei­det sich für den Ber­li­ner Hei­ne­vet­ter.

DÜS­SEL­DORF Hand­ball-Bun­des­trai­ner Da­gur Si­gurds­son sprach von har­ten Ent­schei­dun­gen. Der Is­län­der hat­te En­de Ju­ni ei­nen 28er-Ka­der be­nannt, den der 43-Jäh­ri­ge dann auf 21 Ak­teu­re re­du­zier­te, ehe er nun die 14 Spie­ler aus­wähl­te, die in Rio um ei­ne olym­pi­sche Me­dail­le kämp­fen wer­den. Der Is­län­der hat­te die Qu­al der Wahl. Ein Zei­chen für die Qua­li­tät, die deut­sche Spie­ler in­zwi­schen er­reicht ha­ben.

Von den 18 Ak­teu­ren, die im Ja­nu­ar in Po­len über­ra­schend den EMTi­tel hol­ten, sind nur noch neun üb­rig. Nicht da­bei ist auch Cars­ten Licht­lein. „Mir tut er be­son­ders leid, weil er schon bei mir zwei­mal kurz vor Olym­pia aus dem Ka­der aus­ge­schie­den ist“, sag­te der ehe­ma­li­ge Bun­des­trai­ner Hei­ner Brand. 2004 in At­hen war dem nun beim Bun­des­li­gis­ten VfL Gum­mers­bach ak­ti­ven Tor­hü­ter auf den letz­ten Drü­cker noch Chris­ti­an Ra­mo­ta vor­ge­zo­gen wor­den, 2008 in Pe­king war wie schon beim WM-Tri­umph ein Jahr zu­vor Jo­han­nes Bit­ter der zwei­te Mann hin­ter Hen­ning Fritz. Für die Spie­le 2012 in Lon­don hat­te sich die DHB-Aus­wahl nicht qua­li­fi­ziert.

„Das ist mei­ne letz­te Olym­pia­ch­an­ce, und ich wer­de al­les ver­su­chen, dass es klappt“, hat­te der 35Jäh­ri­ge noch An­fang April vor dem Län­der­spiel in Köln ge­gen Dä­ne­mark ge­sagt. Die Chan­cen stan­den nicht schlecht. Der Hand­ball­pro­fi, der meh­re­re St­un­den pro Wo­che in sei­nem er­lern­ten Be­ruf als Steu­er­fach­an­ge­stell­ter ar­bei­tet, hat­te bei der WM 2015 in Ka­tar stark ge­spielt. Und auch bei der EM in Po­len, ob­wohl ihn Andreas Wolff als Num­mer eins wäh­rend des Tur­niers ab­lös­te, war auf den Va­ter zwei­er Söh­ne Ver­lass. Wie bei al­len Tur­nie­ren zu­vor war der Tor­hü­ter der per­fek­te Te­am­play­er und füll­te auch dies­mal die Rol­le des Mo­ti­va­tors per­fekt aus.

Nun aber ist Licht­lein, dem Si­gurds­son den Ber­li­ner Sil­vio Hei­ne­vet­ter vor­zog, nur Er­satz wie auch Ka­pi­tän Stef­fen Wein­hold. Den Kie- ler Rück­raum­spie­ler, der sich bei der EM ver­letz­te, er­wisch­te es nun er­neut bei der Vor­be­rei­tung auf den am Mitt­woch mit 38:32 ge­won­ne­nen Test ge­gen Tu­ne­si­en. Ein Mus­kel­fa­ser­riss im Ober­schen­kel brems­te den Links­hän­der. Wie Licht­lein soll er wohl mit nach Rio rei­sen, aber nicht wie der als ers­ter Er­satz­mann vor­ge­se­he­ne Stef­fen Fäth (er­holt sich von ei­nem Un­ter­arm­bruch) im Olym­pi­schen Dorf woh­nen. Dem Re­gle­ment ent­spre­chend könn­te Wein­hold bis zum Vier­tel­fi­na­le nach­no­mi­niert wer­den, für Licht­lein ist dies im Fal­le ei­nes ver­letz­ten Tor­hü­ters bis zum Fi­na­le mög­lich.

Der Eu­ro­pa­meis­ter ge­hört in Rio zu den Me­dail­len­kan­di­da­ten. Bei der EM in Po­len ha­ben sich die Spie­ler sehr viel Re­spekt ver­schafft. „Un­ser Ziel ist ein­fach. Wir rei­sen dort­hin, um mög­lichst vie­le Spie­le zu ge­win­nen“, sagt Si­gurds­son. Licht­lein wird die Dau­men drü­cken.

FO­TO: IM­A­GO

Cars­ten Licht­lein (links) und Sil­vio Hei­ne­vet­ter.

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