Deut­sche Spring­rei­ter sie­gen im Na­tio­nen­preis von Aa­chen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON STEFAN KLÜTTERMANN

AA­CHEN Das lan­ge War­ten hat ein En­de: Die deut­schen Spring­rei­ter ha­ben den ers­ten Sieg beim pres­ti­ge­träch­ti­gen Na­tio­nen­preis des CHIO in Aa­chen seit 2008 er­run­gen und sich gut ei­nen Mo­nat vor dem Team­sprin­gen bei den Olym­pi­schen Spie­len in ei­nem span­nen­den Wett­kampf mit sie­ben von acht mög­li­chen feh­ler­frei­en Rit­ten in be­ste­chen­der Form prä­sen­tiert. Als Par­cours-Chef Frank Ro­then­ber­ger ei­ne Drei­vier­tel­stun­de vor dem Wett­be­werb an­hand ei­ner Com­pu­ter­si­mu­la­ti­on den 520 Me­ter lan­gen Ritt über sei­ne zwölf Hin­der­nis­se im Stak­ka­to er­läu­tert hat­te, fiel un­über­hör­bar oft das Wort „schwie­rig“.

Wie die­ser Par­cours trotz­dem per­fekt zu meis­tern ist, be­wies dann im ers­ten Um­lauf zu­nächst die er­war­tet star­ke Equi­pe aus den USA, die sich nach drei feh­ler­frei­en Rit­ten so­gar leis­ten konn­ten, Eli­sa­beth Mad­den als vier­te Rei­te­rin ver­zich- ten zu las­sen – es wä­re ja im schlech­tes­ten Fall eh das Streich­er­geb­nis ge­we­sen.

Die­ses Streich­er­geb­nis ver­buch­te für die deut­sche Mann­schaft im 40.000-Zu­schau­er-Rund Chris­ti­an Ahl­mann auf Eplea­ser van’t Hei­ke, der sich ei­nen Ab­wurf an der drei­fa­chen Kom­bi­na­ti­on leis­te­te. Doch weil sich Mar­cus Eh­ning auf Pret A Tout, Meredith Micha­els-Beer­baum auf Fi­bo­nac­ci und Lud­ger Beer­baum auf Ca­sel­lo da­nach schad­los hiel­ten, gin­gen die Gast­ge­ber als ein­zig wei­te­res der acht Teams oh­ne Feh­ler­punk­te in den zwei­ten Um­lauf. „Wir sind auf ei­nem gu­ten Weg“, sag­te Bun­des­trai­ner Otto Be­cker bei Halb­zeit.

Und die­ser Weg blieb auch im zwei­ten Um­lauf ein gu­ter – ja, ein sehr gu­ter. Den noch­mals ver­schärf­ten Par­cours be­wäl­tig­te Ahl­mann dies­mal oh­ne Feh­ler, Eh­ning ließ zum zwei­ten Mal an die­sem Abend al­le Stan­gen oben. Als dann auch Micha­els-Beer­baum un­ter to­sen­dem Ju­bel er­neut null Feh­ler ritt, stand fest: Deutsch­land bleibt oh­ne Feh­ler­punk­te. Nun hing al­les an der letz­ten US-Rei­te­rin, an Eliz­a­beth Mad­den. Sie muss­te feh­ler­frei blei­ben, um ein Ste­chen zu er­zwin­gen. Doch sie patz­te am Was­ser­gra­ben, so dass Deutsch­lands Sieg vor den punkt­glei­chen USA und Frank­reich schon vor dem En­de ih­res Rit­tes fest­stand.

Der Na­tio­nen­preis der Dres­sur­rei­ter wird der­weil zwar erst nach dem Grand Prix Spe­cial am Sams­tag ent­schie­den, aber am fünf­ten Er­folg der deut­schen Equi­pe in Se­rie gibt es nach dem Sieg im Grand Prix kaum noch Zwei­fel. Zu über­le­gen agier­ten die Gast­ge­ber – al­len vor­an Isa­bell Werth, die mit per­sön­li­chem Bes­t­er­geb­nis auf ih­rer Stu­te Wei­he­gold ge­wann und so die Hoff­nun­gen auf Ein­zel- und Mann­schafts­gold in Rio un­ter­mau­er­te. Ob Wei­he­gold nicht auf­ge­regt ge­we­sen sei we­gen der Ku­lis­se, wur­de ei­ne sicht­lich ge­rühr­te Werth ge­fragt? „Nee, das ist ei­ne Frau, die fin­det das toll“, sag­te die Rhein­ber­ge­rin.

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