To­bi­as Schlegl wird Sa­ni­tä­ter

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FERNSEHEN -

Der Mo­de­ra­tor hat ei­ne be­weg­te TV-Kar­rie­re zu­rück­ge­legt. Jetzt will er be­ruf­lich um­sat­teln.

BER­LIN (dpa) Der TV-Mo­de­ra­tor To­bi­as Schlegl (38) will künf­tig vor al­lem als Not­fall­sa­ni­tä­ter ar­bei­ten. „Ich stand 21 Jah­re lang vor der Ka­me­ra. (...) Ich sag­te mir: Das kann nicht al­les sein. Des­halb will ich nun haupt­be­ruf­lich Not­fall­sa­ni­tä­ter beim Deut­schen Ro­ten Kreuz wer­den“, sag­te Schlegl in ei­nem „Stern“-In­ter­view. Nach ei­ge­nen Wor­ten hat er sei­nen Ver­trag als Sa­ni­tä­ter be­reits un­ter­schrie­ben.

Auf Twit­ter schrieb der 38-Jäh­ri­ge ges­tern zu ei­nem Fo­to des Ma­ga­zins: „Ich mach dann ma’ was An­de­res! (Un­ter­ti­tel: Auf der Su­che nach ‘n biss­chen mehr Sinn).“Das ZDF be­stä­tig­te Schlegls Ab­schied vom Sen­der. Am 29. Ju­li und 30. Sep­tem­ber wer­de er die Sen­dung „Aspek­te“zum letz­ten Mal mo­de­rie­ren, sag­te ei­ne Spre­che­rin.

Ein Come­back in Teil­zeit schloss Schlegl im „Stern“nicht aus. Er hal­te sich ei­ne „Mini­tü­re“auf, sag­te er: „So wie an­de­re put­zen ge­hen oder Zei­tun­gen aus­tra­gen, wer­de ich ab und zu noch ei­nen Bei­trag fürs Fern­se­hen ma­chen.“Das ZDF woll­te sich zu ei­ner mög­li­chen wei­te­ren Zu­sam­men­ar­beit mit dem Mo­de­ra­tor nicht äu­ßern.

Als Aus­zu­bil­den­der be­kom­me er in den ers­ten drei Jah­ren ein Ge­halt von 700 bis 800 Eu­ro brut­to, sag­te Schlegl. Da­nach lie­ge der Ver­dienst bei et­wa 2500 Eu­ro brut­to. „Zeigt wie­der, dass vie­le ge­sell­schaft­lich re­le­van­te Jobs ziem­lich un­an­ge­mes­sen be­zahlt wer­den. Wenn man ei­ni­gen Fern­seh­mo­de­ra­to­ren die Hälf­te des Ge­halts weg­neh­men wür­de, hät­ten die im­mer noch deut­lich mehr als vie­le Men­schen, die sich so­zi­al en­ga­gie­ren“, sag­te der ge­bür­ti­ge Köl­ner.

Mit sei­ner Be­wer­bung für den Job als Sa­ni­tä­ter ha­be er sich un­ter 200 Kan­di­da­ten auf fünf Stel­len durch­ge­setzt, un­ter an­de­rem in Sport­und Wis­sens­tests und ei­nem Ge­spräch.

Schlegl be­grün­de­te sei­ne Um­schu­lung da­mit, sich mehr für an- de­re ein­set­zen zu wol­len. „Ich ha­be mir im­mer häu­fi­ger die Fra­ge ge­stellt: Was will ich im Le­ben wirk­lich? Bil­dungs­fern­se­hen zu ma­chen ist ja schön und gut, aber es gibt dann doch noch Din­ge, die wich­ti­ger sind.“Stress mit den Kol­le­gen ha­be er nicht ge­habt.

Die Re­dak­ti­on von ZDF-„Aspek­te“wür­dig­te Schlegls Ent­schluss. „Ei­ne Ent­schei­dung, die uns trau­rig stimmt, aber un­se­ren vol­len Re­spekt hat“, hieß es.

FO­TO: DPA

To­bi­as Schlegl zieht sich aus dem Fern­seh­ge­schäft zu­rück.

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