Über die Kir­mes-Tür­me

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER RHEINKIRMES -

Hoch­fahr­ge­schäf­te wie den Han­go­ver oder den Po­wer-To­wer im Blick.

mal die meis­ten Schau­stel­ler je­des Jahr auf den Rhein­wie­sen sind.

Wäh­rend die „Bo­den­feu­er­wehr“sich um die Ab­nah­me der Ret­tungs­we­ge und der Groß­zel­te küm­mert (die soll heu­te ab­ge­schlos­sen sein), in­ter­es­sie­ren sich die Hö­hen­ret­ter so­zu­sa­gen be­stim­mungs­ge­mäß für al­les, was nach oben fährt. Für die Al­pi­na-Bahn et­wa, die in ih­ren Wa­gen 100 Leu­te auf ein­mal in 28 Me­ter Hö­he be­för­dert. „Das ist für uns völ­lig ent­spannt“, sagt Uhr. Für 28 Me­ter müss­te man streng ge­nom­men die Hö­hen­ret­ter gar nicht ru­fen. „Da kom­men wir noch mit der Dreh­lei­ter ran.“

An­ders sieht das schon in den Tür­men aus, Han­go­ver und Po­wer­To­wer oder der Ket­ten­flie­ger Con­dor. Wenn da hoch oben ein Not­fall ein­tritt, sieht die Dreh­lei­ter schon ziem­lich klein aus. Bloß gut, sa­gen die Hö­hen­ret­ter, dass die Tür­me so ge­baut sind, dass sie „pro­blem­los“ im Kern­ge­stell nach oben klet­tern kön­nen. Man muss wohl Hö­hen­ret­ter sein, um bei der Aus­sicht, ei­ne 80 Me­ter lan­ge Lei­ter mit Not­fall­ge­päck hoch- und wo­mög­lich mit Pa­ti­ent wie­der hin­un­ter­zu­klet­tern, „pro­blem­los“über­haupt nur zu den­ken.

Da­bei wol­len sie’s na­tür­lich auch nicht wirk­lich. Die Check­lis­ten für all die Schre­ckens­sze­na­ri­en, die sich die Feu­er­wehr im Si­cher­heits­kon­zept aus­ge­malt hat, sind nicht auf­ge­stellt wor­den, um sie je­mals ab­zu­ar­bei­ten. „Nie­mand will, dass et­was pas­siert. Aber wir wol­len auf al­les vor­be­rei­tet sein“, sagt Uhr.

Die Räu­mung des kom­plet­ten Kir­mes­plat­zes ist dar­in üb­ri­gens nicht vor­ge­se­hen, ein sol­cher Plan könn­te leicht selbst zum Not­fall wer­den. Statt­des­sen ist das Ge­län­de in vier Sek­to­ren ein­ge­teilt, die se­pa­rat ge­sperrt wer­den könn­ten, wenn es – et­wa durch ei­nen Feu­er­wehr­ein­satz – nö­tig wä­re. Und bes­ser als Räu­men ist oh­ne­hin, schon vor­her zu han­deln: durch höchst­mög­li­che Si­cher­heits­vor­keh­run­gen und auch, wie vo­ri­ges Jahr am letz­ten Kirmes­sams­tag, mal mit ei­ner Ab­sa­ge, wenn ein Un­wet­ter droht. Bei sol­chen Ent­schei­dun­gen hilft aus­ge­rech­net ein Fahr­ge­schäft: Oben auf dem Han­go­ver ist ein Wind­sen­sor in­stal­liert, der im Zwei­fel we­nig Spiel­raum lässt.

Die Düs­sel­dor­fer Kir­mes, sagt Uhr, „ist auch in Sa­chen Si­cher­heit ab­so­lut vor­bild­lich“. Dar­an ha­ben die Schau­stel­ler eben­so viel An­teil wie die Feu­er­wehr. Die Ka­rus­sells, Schau­keln und Tür­me sei­en oh­ne­hin das ge­rings­te Pro­blem. „Viel schlim­mer sind Leu­te, die sich nicht so ver­hal­ten, wie sie soll­ten – im Um­gang mit Fahr­ge­schäf­ten, Al­ko­hol und an­de­ren Men­schen.“Und dar­an wird sich wohl so bald nichts än­dern.

FO­TO: ANDREAS BRETZ

Hö­hen­ret­ter wa­ren mit dem Po­wer To­wer und frie­den.

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