SE­RIE MA­CHER VOM RHEIN Ein Düs­sel­dor­fer Er­fin­der macht das Was­ser sau­ber

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Marc Flett­ner hat ei­nen Was­ser­fil­ter pa­ten­tiert, der oh­ne Strom oder Salz Was­ser kalk­frei macht. Von Düs­sel­dorf aus ex­por­tiert er in die Welt.

Ei­gent­lich ist Marc Flett­ner ja ein Kauf­mann, kein In­ge­nieur und kein Phy­si­ker oder Che­mi­ker. Und doch ist es ein tech­ni­sches Pa­tent, dass den ge­bür­ti­gen Düs­sel­dorf wirt­schaft­lich er­folg­reich macht. Doch da­hin war es ein lan­ger Weg.

In Lon­don stu­dier­te Flett­ner als jun­ger Mann Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten. „Di­rekt nach dem Stu­di­um bot mir je­mand an, im Be­reich Was­ser­auf­be­rei­tung im Ver­trieb zu ar­bei­ten. Selbst­stän­dig. Das war im­mer mein Traum und ich schlug zu, ob­wohl ich vom The­ma kei­ne Ah­nung hat­te“, sagt Flett­ner. Das war vor 25 Jah­ren.

An­schlie­ßend bau­te Flett­ner von Düs­sel­dorf aus den Ver­trieb für Was­ser­auf­be­rei­tungs-Tei­le in Deutsch­land auf. Erst im Kel­ler, dann im Kel­ler mit ers­ter Se­kre­tä­rin, dann in ei­ner Woh­nung, ei­nem klei­nen Haus – Flett­ners Ge­schäf­te als frei­er Ver­käu­fer lie­fen, das Un­ter­neh­men wuchs. „Ir­gend­wann hat­te ich ge­nug Geld ge­spart und woll­te die Lie­fer­fir­ma über­neh­men. Doch als die ei­nen Preis von mir kann­ten, ha­ben sie an ei­nen an­de­ren ver­kauft“, er­in­nert sich Flett­ner. Da­durch ver­lor er sei­nen ein­zi­gen Auf­trag­ge­ber, von heu­te auf mor­gen. „Ich und mein Team wa­ren von ganz oben nach ganz un­ten ge­stürzt“, sagt Flett­ner.

Doch er und sein Team ga­ben nicht auf. Flett­ner und sei­ne Leu­te ent­wi­ckel­ten den Was­ser­fil­ter Ion. Und kur­ze Zeit spä­ter er­hiel­ten sie ein welt­wei­tes Pa­tent dar­auf, das war im Jahr 2003.

Wenn Flett­ner be­ginnt zu er­klä­ren, wie sein Was­ser­fil­ter funk­tio­niert, wird es für Lai­en kri­tisch. Ver­ein­facht ge­sagt ist in den Fil­tern ei­ne Art Op­fer­son­de aus Zink. Ganz oh­ne Strom oder die Zu­ga­be von Salz wird durch die­ses Me­tall im we­sent­li­chen Kalk aus Trink- oder Brauch­was­ser ent­fernt. Flett­ner selbst be­nutzt noch die Wör­ter „Soll-Bruch­stel­le, Ver­wir­be­lungs­tech­no­lo­gie, che­mi­sche For­mel“oder Sät­ze wie „aus Kal­zit wird Ar- go­nit.“Der Kauf­mann ist zum Tech­ni­ker ge­wor­den.

Flett­ners Pa­tent wur­de zum Er­folg. Das Un­ter­neh­men wuchs schnell. Heu­te be­schäf­tigt Marc Flett­ner 15 Mit­ar­bei­ter in sei­nem Bü­ro, ei­ner al­ten Vil­la am Hirsch­burg­weg na­he Gra­fen­berg. Im Aus­land wird sein Pro­dukt un­ter dem Na­men Aquabi­on ver­trie­ben. Mehr als ein Dut­zend Händ­ler ver­kau­fen Flett­ners Fil­ter welt­weit.

Das Er­fin­der-Gen ha­ben die Flett­ners üb­ri­gens ge­erbt. Marc Flett­ners Groß­on­kel An­ton Flett­ner war ein Freund von Al­bert Ein­stein und er­fand un­ter an­de­rem den ers­ten Hub­schrau­ber mit Dop­pel­ro­torTech­nik.

RP-FO­TO: ANDREAS ENDERMANN

Marc Flett­ner in sei­nem Bü­ro am Hirsch­burg­weg. Der Groß­on­kel des Er­fin­ders, An­ton Flett­ner, er­fand den Dop­pel­ro­tor-He­li­ko­pter.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.