Ge­fähr­der in Deutsch­land un­ter ver­schärf­ter Be­ob­ach­tung

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - TERROR IN NIZZA - VON JAN DREBES UND EVA QUADBECK

BER­LIN Aus­ge­rech­net der Lin­kenPo­li­ti­ker Gre­gor Gy­si war ges­tern ei­ner der Ers­ten, der nach der Ter­ror­tat von Niz­za zum Kampf ge­gen den IS auf­rief. Der Is­la­mi­sche Staat müs­se be­kämpft wer­den, da müss­ten an­de­re Zie­le zu­rück­ste­hen, zum Bei­spiel der Sturz des sy­ri­schen Macht­ha­bers Ba­schar al As­sad, sag­te Gy­si im Deutsch­land­funk.

In Deutsch­land äu­ßer­ten die Spit­zen von Staat und Po­li­tik ihr Ent­set- zen und ver­ur­teil­ten die An­schlä­ge scharf. Was die Kon­se­quen­zen be­trifft, zeig­te sich die Bun­des­re­gie­rung aber zu­rück­hal­tend. Bis­lang ist un­klar, ob es ei­ne di­rek­te Ver­bin­dung des Tä­ters von Niz­za zum IS gab. Der IS fei­er­te aber die Ter­ror­tat in den so­zia­len Netz­wer­ken. Frank­reich steht in der von den USA ge­führ­ten An­ti-IS-Al­li­anz mit in der ers­ten Rei­he. Die­ses En­ga­ge­ment gilt als ein Grund, war­um die Na­ti­on im­mer wie­der Ziel von An­schlä­gen wird. Auch Deutsch­land ist Mit­glied der Al­li­anz, hat bis­lang aber nicht di­rekt in die Kampf­hand­lun­gen ein­ge­grif­fen. Ge­plant ist, dass sich die Deut­schen künf­tig im Rah­men ei­ner Na­to-Mis­si­on an den AwacsAuf­klä­rungs­flü­gen ge­gen den IS be­tei­li­gen.

Auf den Vor­stoß von Gre­gor Gy­si, sich nun mehr auf den Kampf ge­gen den IS zu kon­zen­trie­ren, statt sich Sy­ri­en zu wid­men, ent­geg­ne­te ein Spre­cher des Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, das sei lo­gisch nicht nach­voll­zieh­bar. „Schon ein Blick in das Man­dat ge­nügt, so­wohl was die Irak-Mis­si­on an­geht, als auch was die Coun­ter Daesh-Mis­si­on an­geht, die aus In­cir­lik ope­riert.“Bei­de Mis­sio­nen wür­den sich doch ge­gen den IS rich­ten und nicht ge­gen sy­ri­sche Re­gie­rungs­trup­pen. Trotz des Ent­set­zens über den Ter­ror in Niz­za ist zu­nächst kein wei­te­rer gro­ßer in­ter­na­tio­na­ler Vor­stoß ge­gen den IS ge­plant.

Die Da­ten des At­ten­tä­ters wur­den nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on be­reits mit den Na­mens-Da­tei- en der deut­schen Si­cher­heits­be­hör­den ab­ge­gli­chen. In Deutsch­land wur­den die Si­cher­heits­maß­nah­men er­höht. In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) be­ton­te, dass es an der Gren­ze zu Frank­reich Schlei­er­fahn­dung ge­be und dass auch die Si­cher­heit an Flug­hä­fen und Bahn­hö­fen mit Ver­bin­dung nach Frank­reich ver­stärkt wor­den sei. Zu­dem ste­hen je­ne Per­so­nen, die als Ge­fähr­der gel­ten, un­ter ver­schärf­ter Be­ob­ach­tung. „Nach ei­nem Ter­ror­an­schlag wie dem in Niz­za müs­sen die als Ge­fähr­der ein­ge­stuf­ten Per­so­nen in Deutsch­land ge­nau­es­tens über­prüft wer­den. Denn ei­ne sol­che Tat kann für an­de­re mög­li­che At­ten­tä­ter na­tür­lich ein Im­puls sein, ak­tiv zu wer­den. „Das wol­len wir ver­hin­dern“, sag­te der Vor­sit­zen­de des In­nen­aus­schus­ses im Bun­des­tag, Ans­gar He­ve­ling (CDU), un­se­rer Re­dak­ti­on. Ein­zel­tä­ter, die sich selbst ra­di­ka­li­sie­ren, sei­en hin­ge­gen nur schwer zu über­wa­chen, da die Be­hör­den nicht oh­ne wei­te­res auf sie auf­merk­sam wür­den.

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