Ren­ten im Os­ten sol­len deut­lich stei­gen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) will, dass die Lü­cke zum Wes­ten bis 2020 ge­schlos­sen wird.

BER­LIN (dpa) Die Be­zü­ge der Ost­rent­ner sol­len of­fen­bar deut­lich stei­gen, künf­ti­ge Rent­ner im Os­ten sol­len ge­rin­ge­re Be­zü­ge hin­neh­men müs­sen. Das se­he ein Kon­zept von So­zi­al­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) vor, be­rich­tet die „Säch­si­sche Zei­tung“. Die be­ste­hen­de Ost-Wes­tLü­cke bei der Ren­te soll dem­nach bis 2018 zur Hälf­te ge­schlos­sen wer­den. Das wä­re ei­ne ein­ma­li­ge Ren­ten­er­hö­hung von rund drei Pro­zent. Ein zwei­ter, ähn­li­cher Schritt wür­de 2020 er­fol­gen. Das Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um be­stä­tig­te den Be­richt nicht, wies die In­hal­te aber auch nicht ent­schie­den zu­rück. „Die Mi­nis­te­rin wird ei­nen Vor­schlag zur An­glei­chung ma­chen“, teil­te das Mi­nis­te­ri­um mit. Es ge­be noch kei­ne Fest­le­gung auf ein Mo­dell.

Hei­kel ist das Vor­ha­ben, weil ei­ne kom­plet­te An­glei­chung nicht nur Ge­win­ner hät­te. Die der Ren­te zu­grun­de­lie­gen­den Ost­löh­ne wer­den bei der Ren­ten­be­rech­nung bis­her auf­ge­wer­tet. „Bei glei­chem Lohn ent­steht ak­tu­ell in den neu­en Län­dern ein hö­he­rer Ren­ten­an­spruch als in den al­ten Län­dern“, er­läu­ter­te die Ren­ten­ver­si­che­rung. Par­al­lel zur An­he­bung der Ren­te sol­len laut dem Be­richt die ost­deut­schen Ein­kom­men nicht mehr hö­her be­rech­net wer­den. Die Ren­ten­an­sprü­che der über sechs Mil­lio­nen Ost-Ar- beit­neh­mer wür­den da­durch lang­fris­tig ge­rin­ger aus­fal­len. Der­zeit liegt der Ren­ten­wert im Os­ten bei 28,66, im Wes­ten bei 30,45 Eu­ro.

Die Plä­ne der Ko­ali­ti­on zur Auf­wer­tung klei­ner Ren­ten stie­ßen auf deut­li­che Kri­tik der Ren­ten­ver­si­che­rung. Von „kei­ner gu­ten Idee“sprach ihr For­schungs­lei­ter Rein­hold Thie­de. Die Ren­ten­ver­si­che­rung stützt sich auf ei­ne neue Stu­die in ih­rem Auf­trag. Nur 6,1 Pro­zent der Rent­ner mit ei­ner Ren­te bis zu 600 Eu­ro (319.000 Per­so­nen) be­zie­hen dem­nach steu­er­fi­nan­zier­te Grund­si­che­rung im Al­ter. Folg­lich wür­de ei­ne Auf­sto­ckung klei­ner Ren­ten wo­mög­lich vor al­lem Klein- rent­nern zu­gu­te­kom­men, die kei­nen ent­spre­chen­den Be­darf ha­ben. Nah­les hat­te an­ge­kün­digt, mit der Le­bens­leis­tungs­ren­te sol­le er­reicht wer­den, dass je­ne, die ein Le­ben lang Voll­zeit ge­ar­bei­tet hät­ten, mehr ha­ben soll­ten als die Grund­si­che­rung im Al­ter. Laut Ren­ten­ver­si­che­rung be­kom­men aber vor al­lem je­ne Men­schen mit „er­werbs­fer­nen Bio­gra­fi­en“klei­ne Ren­ten. Das Pro­blem, dass je­mand le­bens­lang ge­ar­bei­tet ha­be und trotz­dem nur auf ei­ne klei­ne Ren­te kom­me, sei heu­te re­la­tiv klein. Thie­de sag­te: „Zur Be­kämp­fung von Al­ters­ar­mut sind Maß­nah­men in­ner­halb der Ren­ten­ver­si­che­rung nicht sehr ziel­ge­nau.“

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