Froo­me baut Füh­rung bei der Tour aus

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON EMA­NU­EL REINKE

Der Bri­te ist beim Zeit­fah­ren ge­gen den Nie­der­län­der Du­mou­lin zwar oh­ne Chan­ce, setzt sich aber mit Platz zwei wei­ter ab. Der Cott­bu­ser Mar­tin ent­täuscht als Ne­un­ter in sei­ner Spe­zi­al­dis­zi­plin.

LA CAVERNE DU PONT-D’ARC (sid) Als ein ent­fes­sel­ter Tom Du­mou­lin selbst Chris Froo­me in Grund und Bo­den fuhr, hock­te To­ny Mar­tin be­reits rat­los im Te­am­bus. Der drei­ma­li­ge Zeit­fahr-Welt­meis­ter ist bei der Tour de Fran­ce in sei­ner Spe­zi­al­dis­zi­plin nur Ne­un­ter ge­wor­den. Den Sieg auf der 13. Etap­pe si­cher­te sich der Nie­der­län­der mit ei­ner Ga­la­vor­stel­lung, Ti­tel­ver­tei­di­ger Froo­me sorg­te als Zwei­ter für ei­ne Vor­ent­schei­dung im Kampf um den Ge­samt­sieg.

„Na­tür­lich über­wiegt die Ent­täu­schung, denn ich woll­te hier um den Sieg mit­fah­ren“, sag­te Mar­tin, der sich nach 37,5 km zwi­schen Bour­gSaint-And‚ol und La Caverne du Pont-d’Arc sat­te 2:05 Mi­nu­ten Rück- stand ein­han­del­te: „Es war ein or­dent­li­ches Zeit­fah­ren, aber kein her­aus­ra­gen­des, mit dem ich ganz vor­ne rein­fah­ren konn­te. Die Form ist da. Jetzt muss ich nach Grün­den su­chen, war­um es nicht ge­klappt hat.“

Du­mou­lin, 26 Jah­re al­ter Pro­fi des Teams Gi­ant Al­pe­cin, lag bei je­der Zwi­schen­zeit klar vor­ne, stei­ger­te sich stets und si­cher­te sich sou­ve­rän sei­nen zwei­ten Etap­pen­sieg nach dem Tri­umph im Ha­gel­sturm von Andorra am ver­gan­ge­nen Sonn­tag. Nach 50:15,14 Mi­nu­ten lag er stol­ze 1:03 Mi­nu­ten vor Froo­me

Froo­me kam ei­nen Tag nach sei­ner „Jog­ging-Ein­la­ge“am Mont Ven­toux sei­nem drit­ten Tour-Sieg ein gro­ßes Stück nä­her. In der Ge­samt­wer­tung führt er nun mit 1:47 Mi­nu­ten vor dem Nie­der­län­der Bau­ke Mol­le­ma und 2:45 Mi­nu­ten vor dem Bri­ten Adam Ya­tes. Nai­ro Quin­ta­na, ges­tern nur 20., liegt auf Rang vier (2:59).

Mar­tin lag schon bei der ers­ten Zwi­schen­zeit mehr als ei­ne hal­be Mi­nu­te hin­ter dem zu die­sem Zeit­punkt füh­ren­den Por­tu­gie­sen Nel­son Olivei­ra (letzt­lich Drit­ter) zu­rück. Da­bei hat­te der 31-Jäh­ri­ge sei­nen vier­ten Sieg in ei­nem gro­ßen Tour-Zeit­fah­ren als er­klär­tes Ziel aus­ge­ge­ben. Al­ler­dings war die Stre­cke auch an­spruchs­voll. Die hü­ge­li­ge Stre­cke, aber vor al­lem der stei­fe Wind ver­lang­ten den Fah­rern ei­ni­ges ab – teil­wei­se im Grenz­be­reich.

„Ich bin froh, dass ich hier im Ziel bin“, sag­te Sprint-Ass An­dré Grei­pel (140. mit 8:11 Mi­nu­ten Rück­stand): „Ich war ei­gent­lich schon drau­ßen aus der Tour, weil mich ei­ne Böe er­wischt hat. Ich bin das ers­te Mal froh, dass ich ein biss­chen mehr wie­ge als die an­de­ren. Fünf Ki­lo we­ni­ger, dann wä­re ich in der Mau­er ge­lan­det.“

Heu­te könn­te es für Grei­pel und Mar­cel Kit­tel, falls es zu ei­nem Mas­sen­sprint kommt, die vor­letz­te Chan­ce auf ei­nen Etap­pen­sieg ge­ben. Mor­gen war­tet dann ei­ne schwe­re Etap­pe, auf der sechs Ber­ge über­wun­den wer­den müs­sen, auf die noch 187 Fah­rer (von 198). „Wer ei­nen schlech­ten Tag er­wischt, der wird mäch­tig ei­nen drauf be­kom­men“, sag­te Ex-Pro­fi Jens Voigt (44). Er ist mit 17 Starts ge­mein­sam mit Ge­or­ge Hin­ca­pie (USA) und Stuart O’Gra­dy (Aus­tra­li­en) der Re­kord­teil­neh­mer an der Frank­reich­rund­fahrt. Auch die Sturz­ge­fahr steigt, wenn sich vie­le Fah­rer mü­de in die Ab­fahr­ten stür­zen.

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