Ka­len­der­blatt 16. Ju­li 1945

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: DPA

Der Test war für 4 Uhr am frü­hen Mor­gen an­ge­setzt wor­den, doch in der Nacht zog ein Ge­wit­ter auf, dar­um ver­zö­ger­te sich der ers­te Atom­test noch ein­mal um an­dert­halb St­un­den. Für die Män­ner um Ro­bert Op­pen­hei­mer, den wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter des Pro­jekts, war es ei­ne lan­ge War­te­zeit. Bis zu­letzt konn­ten sie nicht ganz si­cher sein, ob die Ent­fer­nung von neun Ki­lo­me­tern als Schutz­zo­ne aus­rei­chen wür­de. Wür­den sie den Atom­test mit dem Na­men „Trini­ty“über­le­ben? Oder hat­ten viel­leicht so­gar die Skep­ti­ker Recht, die vor­aus­sag­ten, die Atom­bom­be wür­de die At­mo­sphä­re ent­zün­den und die gan­ze Welt ver­nich­ten? Als die Bom­be de­to­nier­te, zeig­te sie ih­re Zer­stö­rungs­kraft. Ein hel­ler Licht­blitz war zu se­hen, ein ge­wal­ti­ges Don­nern er­füll­te die Wüs­te von New Me­xi­ko. Die Druck­wel­le soll noch in ei­ner Ent­fer­nung von 160 Ki­lo­me­tern spür­bar ge­we­sen sein. Die pilz­för­mi­ge Wol­ke er­reich­te ei­ne Hö­he von zwölf Ki­lo­me­tern. Im An­schluss an die Ex­plo­si­on rück­ten die Wis­sen­schaft­ler mit Gei­ger­zäh­lern an – und wa­ren scho­ckiert über das Aus­maß der Strah­lung. Noch heu­te ist am Ort des Atom­tests Strah­lung nach­weis­bar. Erst drei Wo­chen spä­ter er­fuhr der Rest der Welt von der Atom­bom­be, als am 6. Au­gust 1945 die Bom­be „Litt­le Boy“über der ja­pa­ni­schen Stadt Hi­ro­shi­ma de­to­nier­te. Am 9. Au­gust wur­de „Fat Man“über Na­ga­sa­ki ge­zün­det. Nach of­fi­zi­el­len An­ga­ben star­ben bei den An­grif­fen min­des­tens 250.000 Men­schen.

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