Gu­te Nach­rich­ten für RRX-An­lie­ger

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF

Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um hat den Re­gio­nal­halt in Ben­rath und den Bau der zu­sätz­li­chen Glei­se in An­ger­mund als vor­dring­li­che Pro­jek­te ein­ge­stuft. Da­mit stei­gen die Chan­cen für den Bahn­hof und auf Lärm­schutz enorm.

Der Weg ist ein höchst­kom­pli­zier­ter, der ak­tu­el­le Zwi­schen­stand aber ein schlicht er­freu­li­cher: Die Wahr­schein­lich­keit, dass in Ben­rath nach dem Start des Rhein-Ruhr-Ex­press (RRX) wei­ter ein Re­gio­nal­halt exis­tiert und in An­ger­mund Lärm­schutz an der RRX-Stre­cke ent­steht, ist stark ge­wach­sen. Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um hat da­für die ent­spre­chen­den Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen. Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten: Wie war die Aus­gangs­la­ge? Das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um hat­te vor zwei Mo­na­ten ei­nen Plan mit wich­ti­gen Ver­kehrs­pro­jek­ten ver­öf­fent­licht und den Pro­jek­ten Dring­lich­keits­stu­fen ver­passt. In der Rang­fol­ge die­ser Stu­fen wer­den die Pro­jek­te um­ge­setzt. Der RRX als Gan­zes er­hielt die Ein­stu­fung „Vor­dring­li­cher Be­darf“. Ob dies auch mit ei­nem Re­gio­nal­halt in Ben­rath und mit Lärm­schutz in An­ger­mund ver­bun­den wird, war zu die­sem Zeit­punkt of­fen. Bei­des setz­te vor­aus, dass die Nach­fra­ge (in Ben­rath) und die Mög­lich­kei­ten (in An­ger­mund) ge­prüft wer­den. In An­ger­mund hängt der Lärm­schutz da­von ab, ob dort zu den bis­he­ri­gen vier Glei­sen wei­te­re hin­zu­kom­men. Denn wenn die Deut­sche Bahn neu baut, ist sie auch ver­pflich­tet, für Lärm­schutz zu sor­gen. Was hat sich nun ge­än­dert? Das Mi­nis­te­ri­um hat nun ei­nen neu­en Ent­wurf sei­nes Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans 2030 ver­öf­fent­licht. Dar­in steht auch der Halt in Ben­rath so­wie ein Gleis­aus­bau zwi­schen Reis­holz und Ben­rath – ver­se­hen mit dem Prä­di­kat „Vor­dring­li­cher Be­darf“. Das be­deu­tet, dass die Düs­sel­dor­fer Po­li­ti­ker in Bund, Land und Kom­mu­ne of­fen­sicht­lich mit ih­ren Ar­gu­men­ten über­zeugt ha­ben. Sie hat­ten un­ter an­de­rem auf­ge­zeigt, wie sich die Be­völ­ke­rungs­zah­len im Sü­den ent­wi­ckeln und wel­che Be­deu­tung der Halt auch für die Nach­bar­städ­te hat. Ein Vo­tum des Re­gio­nal­rats hat da­bei für zu­sätz­li­che Un­ter­stüt­zung ge­sorgt. „Für die Men­schen im Sü­den der Stadt ist das ei­ne groß­ar­ti­ge Nach­richt“, sag­te der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Andre­as Rim­kus.

Eben­falls mit „Vor­dring­li­cher Be­darf“aus­ge­stat­tet ist im neu­en Ent­wurf der Bau des fünf­ten und sechs­ten Glei­ses zwi­schen Kal­kum und Duis­burg für den RRX. Wird die­ser rea­li­siert, ha­ben die Bür­ger ei­nen ge­setz­li­chen An­spruch auf Lärm­schutz. Was be­deu­tet „Vor­dring­li­cher Be­darf“? Die Pro­jek­te er­hal­ten im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ih­re Stu­fe ab­hän­gig von ih­rem Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis, der ver­kehr­li­chen Be­deu­tung für ei­ne Re­gi­on und den da­mit ver­bun­de­nen Um­welt­ri­si­ken. „Vor­ding­li­cher Be­darf“ist da­bei die höchs­te Stu­fe und geht ein­her mit der ho­hen Wahr­schein­lich­keit, dass das Pro­jekt auch Wirk­lich­keit wird – an­ders als zum Bei­spiel die Pro­jek­te der Ka­te­go­rie „Wei­te­rer Be­darf“. Ei­ne Ga­ran­tie, dass es so kommt, ist aber auch der „Vor­dring­li­che Be­darf“nicht. Wie geht es wei­ter? Der Ent­wurf für den Ver­kehrs­we­ge­plan 2030 geht jetzt in die Res­sorts und soll dann vom Ka­bi­nett be­schlos­sen wer­den. Der Bun­des­tag wird bis En­de des Jah­res die Aus­bau­ge­set­ze für die ein­zel­nen Pro­jek­te be­schlie­ßen. Die­sen fol­gen Fünf-Jah­res-Plä­ne für die In­ves­ti­tio­nen. Schließ­lich wird der Hau­halts­aus­schuss jähr­lich über die je­weils an­ste­hen­de Fi­nan­zie­rung der Pro­jek­te ent­schei­den.

De­mo­kra­tie funk­tio­niert doch

Ber­lin ist weit weg. Was die Düs­sel­dor­fer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten dort für ih­re Stadt ma­chen, ist des­halb oft schwer nach­zu­voll­zie­hen. In Er­schei­nung tre­ten sie bei lo­ka­len ge­sell­schaft­li­chen Er­eig­nis­sen oder wenn sie ge­ra­de ein ver­meint­lich me­di­en­wirk­sa­mes Prak­ti­kum ir­gend­wo ab­sol­vie­ren. Dass es ne­ben der Show auch har­te po­li­ti­sche Ar­beit gibt, be­wei­sen die Ent­schei­dun­gen zum RRX. Tho­mas Jar­zom­bek (CDU) und Andre­as Rim­kus (SPD) ha­ben sich im Ver­kehrs­aus­schuss und im da­zu­ge­hö­ri­gen Mi­nis­te­ri­um für Ben­rath und An­ger­mund en­ga­giert und we­sent­lich da­zu bei­ge­tra­gen, dass die For­de­run­gen der Bür­ger nun bes­te Aus­sich­ten auf Um­set­zung ha­ben. Schön, wenn die Spie­le der par­la­men­ta­ri­schen De­mo­kra­tie mal solch ei­nen Aus­gang er­le­ben. chris­ti­an.herrendorf @rheinische-post.de

RP-FO­TO: ANDRE­AS ENDERMANN

Die Bür­ger in An­ger­mund ha­ben sich in­ten­siv für den Lärm­schutz ent­lang der Bahn­stre­cke en­ga­giert – und wer­den nun wohl be­lohnt.

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