RECHT & AR­BEIT

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - REISE&WELT -

(bü) Ar­beits­ver­trag Be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge dür­fen Ar­beit­ge­ber für ma­xi­mal zwei Jah­re vor­se­hen, wenn da­für kein „sach­li­cher Grund“vor­liegt. In die­sem Rah­men kann ein Ver­trag bis zu drei­mal ver­län­gert wer­den. Gibt es für die Be­fris­tun­gen sach­li­che Grün­de (et­wa Ur­laubs- oder El­tern­zeit­ver­tre­tun­gen), dann gilt die star­re Zwei­jah­res­frist nicht. Vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz wur­de al­ler­dings ein Fall ver­han­delt, in dem ein Ar­beit­ge­ber (hier ein Schul­trä­ger) 17 Mal ei­nen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag mit ei­ner Leh­re­rin je­weils für kur­ze Zeit ver­län­gert hat­te. Das Ge­richt wer­te­te das als „Rechts­miss­brauch“und sprach der Frau ei­nen Dau­er­ar­beits­ver­trag zu. (LAG Rhein­land-Pfalz, 9 Sa 366/12) Han­dys Ar­beit­ge­ber dür­fen die Nut­zung von Han­dys wäh­rend der Ar­beits­zeit ge­ne­rell un­ter­sa­gen – wenn sie sich dar­auf zu­vor mit dem Be­triebs­rat ver­stän­digt ha­ben. Denn ei­ne sol­che Maß­nah­me ist zu­stim­mungs­pflich­tig. Das Ar­beits­ge­richt Mün­chen: Ar­beit­neh­mer kön­nen ih­re Ar­beits­pflicht grund­sätz­lich auch dann „un­ein­ge­schränkt er­fül­len, wenn sie ge­le­gent­lich ei­nen Blick auf ihr Han­dy wer­fen“. Dar­an än­de­re auch nichts, dass sei­tens der Ge­schäfts­lei­tung des Un- ter­neh­mens fest­ge­stellt wor­den sei, „dass wie­der­holt Kol­le­gin­nen an­ge­trof­fen wur­den, die wäh­rend der Ar­beits­zeit mit ih­ren Mo­bil­te­le­fo­nen mit ein­deu­tig pri­va­ter Nut­zung be­schäf­tigt wa­ren“. Laut Ar­beits­ge­richt kann es zum Bei­spiel für die Kon­zen­tra­ti­on am Ar­beits­platz „so­gar för­der­lich sein, wenn ein Ar­beit­neh­mer weiß, dass er bei Be­darf für sei­ne Kin­der oder pfle­ge­be­dürf­ti­gen El­tern er­reich­bar ist“. (ArG Mün­chen, 9 BVGa 52/15) Ar­beits­zeit Wird ein Ar­beits­lo­ser in ei­ne Stel­le ver­mit­telt, bei der er ei­gent­lich 35 Wo­chen­stun­den ar­bei­ten soll, an­fangs aber nur 20 St­un­den tä­tig ist, so darf er nicht gleich die Ar­beits­stel­le wie­der ver­las­sen und sich bei der Ar­beits­agen­tur Ar­beit su­chend mel­den. Das wird ihm dann als „grob fahr­läs­si­ge Her­bei­füh­rung der Ar­beits­lo­sig­keit“vor­ge­wor­fen. Die Fol­ge: Ei­ne zwölf­wö­chi­ge Sper­re beim Ar­beits­lo­sen­geld I. Der Ar­beits­lo­se hät­te sich bei sei­ner Ar­beit­ge­be­rin vor ei­ner Kün­di­gung um ei­ne Än­de­rung der Ar­beits­zei­ten be­mü­hen kön­nen. Au­ßer­dem ha­be er noch gar kei­ne Lohn­ab­rech­nung er­hal­ten – und so­mit auch nicht wis­sen kön­nen, ob ihm die „Fehl­stun­den“vom Ar­beit­ge­ber nicht be­zahlt wor­den wä­ren. (Baye­ri­sches LSG, 10 AL 43/14)

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