Re­gie­rung: Tä­ter von Niz­za war Is­la­mist

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

NIZ­ZA (RP) Die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat ist nach Ein­schät­zung des fran­zö­si­schen Pre­mier­mi­nis­ters Ma­nu­el Valls für das At­ten­tat von Niz­za ver­ant­wort­lich. Der IS er­mu­ti­ge Men­schen, die den Ge­heim­diens­ten un­be­kannt sei­en, zu An­schlä­gen, sag­te Valls dem „Jour­nal du Di­man­che“: „Das ist bei dem Niz­za-At­ten­tat zwei­fel­los der Fall.“Am Sams­tag hat­te der IS er­klärt, der At­ten­tä­ter sei sein Sol­dat ge­we­sen. Al­ler­dings ha­ben we­der die fran­zö­si­sche Re­gie­rung noch der IS bis­lang Be­wei­se da­für ge­lie­fert.

Seit Frei­tag wur­den acht Per­so­nen fest­ge­nom­men. Die ge­trennt le- ben­de Frau des 31-jäh­ri­gen To­des­fah­rers Mo­ha­med Lahouaiej-Bo­uh­lel wur­de ges­tern wie­der frei­ge­las­sen, wie die Nach­rich­ten­agen­tur AFP un­ter Be­ru­fung auf Jus­tiz­krei­se mel­de­te. Auch ers­te Ver­neh­mungs­er­geb­nis­se wur­den be­kannt: Der Tä­ter ha­be sich erst jüngst ra­di­ka­li­siert. Bis zu sei­ner Tat war er nicht als Is­la­mist auf­fäl­lig ge­wor­den.

Die zen­tra­le Fra­ge ist nun, ob Bo­uh­lel Kom­pli­zen hat­te. Der To­des­fah­rer stamm­te aus Tu­ne­si­en und leb­te seit Jah­ren in Niz­za. Er soll am Don­ners­tag­abend kurz vor dem An­schlag mit min­des­tens 84 To­ten per SMS „mehr Waf­fen“ver­langt ha- ben. Das mel­de­ten fran­zö­si­sche Fern­seh­sen­der un­ter Be­ru­fung auf Er­mitt­ler. Die SMS soll an ei­nen der Män­ner ge­rich­tet ge­we­sen sein, die nach der Tat fest­ge­nom­men wur­den. 18 Ver­letz­te schweb­ten ges­tern noch in Le­bens­ge­fahr, mehr als 300 wur­den ver­letzt. Die Iden­ti­tä­ten von 16 To­ten sind nach Be­hör­den­an­ga­ben noch un­klar.

In­nen­mi­nis­ter Ber­nard Ca­ze­neuve rief al­le pa­trio­ti­schen Fran­zo­sen zum frei­wil­li­gen Po­li­zei­dienst auf. Je­der, der wol­le, kön­ne sich die­ser ope­ra­ti­ven Re­ser­ve an­schlie­ßen. Leit­ar­ti­kel Sei­te A 2 Son­der­sei­ten A 5 und A6

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