Kahl­schlag ist kein Kon­zept

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Die Di­gi­ta­li­sie­rung ver­än­dert al­les, auch die Ban­ken. Schon jetzt wi­ckelt die Mehr­heit der Bür­ger ih­re ein­fa­chen Bank­ge­schäf­te on­li­ne ab. Selbst Geld­an­la­ge läuft zu­neh­mend über das In­ter­net. Au­ßer für Haus­kre­di­te braucht die di­gi­ta­le Ge­ne­ra­ti­on die Fi­lia­le nicht mehr. Da­her dün­nen vie­le Ban­ken und Spar­kas­sen ihr Netz aus. So weit, so ver­ständ­lich – zu­mal die EZB mit ih­rer Null­zins­po­li­tik das Kern­ge­schäft der Fi­li­al­ban­ken, die Ge­win­nung von Spar­ein­la­gen, zer­stört. Un­ver­ständ­lich ist je­doch die Art, mit der die Deut­sche Bank vor­geht. Ih­re Bot­schaft: Die Land­be­völ­ke­rung ist uns egal, ver­mö­gen­de Kun­den sind uns lie­ber als nor­ma­le Ar­beit­neh­mer. Da­bei hat die Bank mit die­ser Stra­te­gie schon ein­mal Schiff­bruch er­lit­ten. Selt­sam ist auch der Um­gang mit den Füh­rungs­kräf­ten: Statt mit Kun­den sind die­se nun mit ih­ren Jobs be­schäf­tigt. Was am schwers­ten wiegt: Au­ßer der Strei­chung von Stel­len und Fi­lia­len hat Bank-Chef John Cryan nach ei­nem Jahr nichts Sub­stan­zi­el­les ge­lie­fert. Wo die Bank hin will, was sie (ne­ben Rechts­strei­tig­kei­ten) aus­zeich­net, sagt er nicht. Cryan soll­te wis­sen: Kahl­schlag al­lein ist kein Kon­zept. Ant­je Höning Bank ei­nen Re­kord­ver­lust von 6,8 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­macht. Nun blickt man in Frank­furt ge­spannt auf die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB). Die will am 29. Ju­li die Er­geb­nis­se ih­res jüngs­ten Stress­tests vor­le­gen. Stef­fen Pör­ner, Chef des Ban­ken­ver­bands NRW, ist zu­ver­sicht­lich: „Ich ge­he da­von aus, dass al­le deut­schen Ban­ken – egal wel­cher Grup­pe – den Stress­test der EZB be­ste­hen.“Die Ban­ken sei­en gut vor­be­rei­tet. „Al­le ar­bei­ten an Bi­lan­zen und Ei­gen­ka­pi­tal-Aus­stat­tung, um für künf­ti­ge Kri­sen bes­ser ge­rüs­tet zu sein.“

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