An­ti-Do­ping-Agen­tu­ren er­hö­hen Druck aufs IOC

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

DÜS­SEL­DORF (sid) Min­des­tens zehn na­tio­na­le An­ti-Do­ping-Agen­tu­ren – dar­un­ter auch die Na­da aus Deutsch­land – for­dern vor der Ver­öf­fent­li­chung des McLa­ren-Be­richts (heu­te, 15 Uhr MEZ) den Aus­schluss Russ­lands von den Spie­len in Rio (5. bis 21. Au­gust), falls sich die schwe­ren Do­ping-Vor­wür­fe von Sot­schi 2014 be­stä­ti­gen. „Ja, das stimmt. Wir wer­den den Brief un­ter­zeich­nen“, sag­te Na­da-Vor­stand Lars Mort­sie­fer: „Das sind wir den sau­be­ren Sport­lern schul­dig. Wenn man wie wir 24 St­un­den am Tag ge­gen Do­ping kämpft, kann man nicht an­ders han­deln.“

Der Brief mit der Aus­schluss-For­de­rung soll di­rekt nach Be­kannt­ga­be des Re­ports an das IOC ver­schickt wer­den. Auch rund 20 Ath­le­ten­ver­bän­de ha­ben sich an­ge­schlos­sen. Tra­vis Ty­gart, Chef der US-An­ti-Do­ping-Agen­tur (Usada), und sein ka­na­di­scher Amts­kol­le­ge Paul Me­lia hat­ten das Schrei­ben in­iti­iert. Ty­gart for­dert dar­in das IOC auf, „noch vor dem 26. Ju­li zu han­deln und Russ­land, sein Olym­pi­sches und Pa­ralym­pi­sches Ko­mi­tee so­wie sämt­li­che rus­si­sche Sport­ver­bän­de von den Spie­len in Rio aus­zu­schlie­ßen.“

Der Brief lös­te beim In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tee (IOC) gro­ßes Un­ver­ständ­nis aus. „Ich bin ge­schockt und be­trof­fen“, sag­te Patrick Hi­ckey, Mit­glied des Exe­ku­tiv- Bo­ards. Der Ire, auch Prä­si­dent der Eu­ro­päi­schen Olym­pi­schen Ko­mi­tees (EOC), mein­te: „Sol­che Stö­run­gen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Be­richts sind to­tal ge­gen in­ter­na­tio­nal üb­li­che Ver­fah­ren und un­ter­gra­ben die In­te­gri­tät und Glaub­wür­dig­keit des Re­ports.“Mort­sie­fer er­klär­te: „Na­tür­lich wol­len wir auch den Druck er­hö­hen. Doch wir sa­gen ja auch, dass wir den Aus­schluss nur dann wol­len, wenn sich die schlim­men Vor­wür­fe be­stä­ti­gen.“

Ty­gart und auch die Na­da ken­nen laut ei­ge­ner Aus­sa­ge den McLa­renBe­richt nicht. Doch die Hin­wei­se ver­dich­ten sich, dass die schwe­ren Do­ping-Vor­wür­fe ge­gen Russ­land of­fen­bar be­stä­tigt wer­den. Whist­leb­lo­wer Gre­go­ri Rodt­schen­kow hat­te er­klärt, dass wäh­rend der Win­ter­spie­le am Schwar­zen Meer Do­ping­Pro­ben mit Hil­fe des rus­si­schen Ge­heim­diens­tes ma­ni­pu­liert wur­den. Dut­zen­de von rus­si­schen Sport­lern sei­en ge­dopt an den Start ge­gan­gen – dar­un­ter 15 Me­dail­len­ge­win­ner. Nach In­for­ma­tio­nen der ARD soll Richard McLa­ren auch bei et­li­chen Som­mer­sport­ar­ten Be­le­ge für Do­ping und Ver­tu­schung ge­fun­den ha­ben. Das gel­te vor al­lem für Aus­dau­er- und Kraft­sport­ar­ten mit vie­len Ein­zel­dis­zi­pli­nen wie Ka­nu und Schwim­men. Soll­te das der Fall sein, dürf­te es für Russ­land schwer wer­den, noch ei­nen Weg nach Rio zu fin­den.

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