Kas­per­s­ky sorgt für Fu­ro­re

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON DA­NI­EL DELIUS

Der fünf Jah­re al­te Hengst aus Ita­li­en ge­winnt die mit 70.000 Eu­ro do­tier­te Aen­ge­velt Mei­len Tro­phy. 7000 Zu­schau­er auf dem Gra­fen­berg sor­gen für ei­nen Wett­um­satz von 185.000 Eu­ro.

Die ita­lie­ni­sche Na­tio­nal­hym­ne wird nach Groß­er­eig­nis­sen im deut­schen Ga­lopp­renn­sport eher sel­ten ge­spielt, denn dor­ti­ge Pfer­de­ren­nen spie­len in­ter­na­tio­nal nicht un­be­dingt ei­ne füh­ren­de Rol­le. Ges­tern gab es auf dem Gra­fen­berg den ra­ren Er­folg ei­nes ita­lie­ni­schen Pfer­des im Haupt­er­eig­nis. Die Aen­ge­velt Mei­len Tro­phy ging an Kas­per­s­ky, der am Sams­tag per Trans­por­ter aus Pi­sa an­ge­reist war und der deut­schen Kon­kur­renz in dem mit 70.000 Eu­ro do­tier­ten Ren­nen die Huf­ei­sen zeig­te.

Mit dem en­gen Düs­sel­dor­fer Kurs kam der fünf Jah­re al­te Hengst bes­tens zu­recht. Sein Jo­ckey Um­ber­to Ris­po­li, der vor­wie­gend in Frank­reich rei­tet, ser­vier­te ihm auch ein op­ti­ma­les Ren­nen. „Es ist ein Pferd, das ich un­heim­lich mag“, be­kann­te der Rei­ter. „Ich ha­be ihn schon zwei­jäh­rig ge­rit­ten, jetzt sechs Ren­nen mit ihm ge­won­nen. Der Bo­den war für ihn op­ti­mal, ei­ne tol­le Ge­schich­te.“

Trai­ner En­do Bot­ti war per Flie­ger in die Lan­des­haupt­stadt ge­kom­men. „Mein ers­ter Sieg über­haupt in Deutsch­land“, freu­te er sich. Ob er Kas­per­s­ky noch lan­ge in sei­nem Stall be­hal­ten wird, ist aber un­klar, denn aus­tra­li­sche Auf­käu­fer sind an dem Pferd dran. „Nicht zu ver­kau­fen“, war der Kom­men­tar von Um­ber­to Ris­po­li, doch wer­den die Be­sit­zer von Kas­per­s­ky, ein ita­lie­ni­sches Ge­stüt, das letz­te Wort ha­ben. „Ich den­ke, dass wir jetzt ein Ren­nen in der Tür­kei an­stre­ben“, mein­te Bot­ti. „Kas­per­s­ky ist jetzt das ers­te Mal im Aus­land ge­lau­fen, das hat gut ge­klappt, da kön­nen wir auch ein­mal an­de­re Zie­le an­pei­len. Und in der Tür­kei gibt es viel Geld zu ge­win­nen.“

Für die deut­schen Pfer­de blie­ben so­mit nur die Platz­gel­der. Pas de deux, der Fa­vo­rit des Ren­nens, war als Zwei­ter noch der Bes­te, doch Trai­ne­rin Yas­min Al­men­rä­der aus Mülheim/Ruhr war al­les an­de­re als un­zu­frie­den. „Wenn der Bo­den et­was wei­cher ge­we­sen, dann wä­re es noch bes­ser ge­we­sen, doch kön­nen wir uns nicht be­schwe­ren. Al­les gut.“Jo­ckey Ian Fer­gu­son war Mit­te der Ziel­ge­ra­den kurz an der Sei­te von Kas­per­s­ky, doch hat­te der Kon­kur­rent ein­fach mehr Re­ser­ven.

Drit­ter wur­de mit Drum­mer un­ter An­drasch Star­ke ein we­ni­ger fa­vo­ri­sier­tes Pferd, doch hat­te der Jo­ckey an­sons­ten ei­nen gro­ßen Tag. Zwei Mo­na­te hat­te der 42-jäh­ri­ge am­tie­ren­de Cham­pi­on aus Lan­gen­feld we­gen ei­nes Schlüs­sel­bein­bruchs pau­sie­ren müs­sen, war erst tags zu­vor in Mülheim erst­mals wie­der ge­rit­ten. In Gra­fen­berg ge­lan­gen ihm gleich vier Sie­ge im Rah­men­pro­gramm, der wich­tigs­te auf Sa­ran­dia, die da­mit das Ti­cket für den Hen­kelP­reis der Dia­na in drei Wo­chen lös­te.

Star­kes Kol­le­ge Edu­ar­do Pe­dro­za hat­te ei­nen we­ni­ger an­ge­neh­men Nach­mit­tag. Gleich im ers­ten Ren- nen stol­per­te die von ihm ge­rit­te­ne Zaf­fi­nah, be­för­der­te den Rei­ter ins Gras. An­schlie­ßend ging Pe­dro­za nicht mehr ganz ge­ra­de über die Bahn. „Prel­lun­gen“, war die ei­ge­ne Dia­gno­se, ein paar Ta­ge wird er wohl kei­nen Sat­tel se­hen.

7000 Zu­schau­er in­klu­si­ve Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel wa­ren an die­sem Sonn­tag auf der Renn­bahn und sorg­ten für ei­nen Wett­um­satz von 185.000 Eu­ro, wo­mit man an ei­nem Tag in den Fe­ri­en durch­aus zu­frie­den sein dürf­te.

BENEFOTO

An­drasch Star­ke (mit ro­ter Kap­pe) auf Fid­ji hat die Na­se im Ziel vor­ne. Er ge­wann vier Ren­nen im Rah­men­pro­gramm.

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