Nächs­ter Halt: Marl

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR -

bens­rich­tun­gen auf – wie der Di­tipMo­schee in Duis­burg-Marxloh (14. Au­gust), dem „Hou­se of So­lu­ti­on“der afri­ka­ni­schen Ge­mein­de in Mülheim an der Ruhr (21. Au­gust) oder der Lu­ther­kir­che Dins­la­kenLoh­berg (4. Sep­tem­ber). „,Ur­ban Pray­ers Ruhr’ ist auch ein Pro­jekt, mit dem wir raus­ge­hen wol­len aus den Kul­tur-Tem­peln und auf die Leu­te zu­ge­hen möch­ten“, sagt Jo­han Si­mons. „Sonst ist es ja meis­tens um­ge­kehrt.“

Auch die gro­ße Mu­sik­thea­ter­Pro­duk­ti­on „Die Frem­den“, die der In­ten­dant selbst in­sze­niert, be­schäf­tigt sich mit dem The­ma Glau­ben. Es ba­siert auf dem Ro­man „Der Fall Meurs­ault“des Al­ge­ri­ers Ka­mel Daoud, der dem na­men­lo­sen Ara­ber, der in Al­bert Ca­mus „Der Frem­de“er­mor­det wird, ei­nen Na­men und ei­ne Ge­schich­te gibt. „Er er­zählt von ei­ner Ge­sell­schaft, wie ich sie aus den Nie­der­lan­den der 50erJah­re ken­ne“, sagt Jo­han Si­mons: „Wir wur­den sehr streng re­li­gi­ös er­zo­gen. Ich als Pro­tes­tant durf­te nicht mit ei­nem ka­tho­li­schen Mäd­chen ge­hen. Und ich bin froh, dass es Rom­an­schrei­ber gab, die da­von als Un­frei­heit, als Be­schrän­kung er- zählt ha­ben.“Für die Ins­ze­nie­rung, die am Frei­tag, 2. Sep­tem­ber, Pre­mie­re hat, ent­deckt das Team der Ruhr­tri­en­na­le ei­ne neue Hal­le: die Koh­len­misch­hal­le der Ze­che Au­gus­te Vic­to­ria in Marl, die bis En­de ver­gan­ge­nen Jah­res noch in Be­trieb war. Das En­sem­ble As­ko Schön­berg spielt un­ter der Lei­tung von Rein­bert de Lee­uw Mu­sik von Györ­gy Li­ge­ti, Mau­ricio Ka­gel und Clau­de Vi­vier.

In al­len Spiel­zei­ten von Jo­han Si­mons’ Ruhr­tri­en­na­le bringt der bel­gi­sche Re­gis­seur Ivo van Ho­ve je­weils ei­nen Ro­man des Nie­der­län­ders Lou­is Cou­perus auf die Büh­ne. Wer ver­gan­ge­nes Jahr im Salz­la­ger der Ze­che Zoll­ver­ein die Ins­ze­nie­rung „Die stil­le Kraft“er­lebt hat, wird kaum um­hin kom­men, in die­sem Sep­tem­ber (Pre­mie­re: 16.9.) in die Ma­schi­nen­hal­le der Ze­che Zwe­ckel in Glad­beck zu rei­sen. Van Ho­ve hat 2015 ei­nen sehr sinn­li­chen und auf al­len Ebe­nen in­ten­si­ven Thea­ter­abend über die pro­ble­ma­ti­sche Ko­lo­ni­al­ge­schich­te in „Nie­der­län­disch-In­di­en“, dem heu­ti­gen In­do­ne­si­en, er­zählt. Mit be­stän­di­gem Büh­nen­re­gen ließ er mit ei­nem Flü­gel auch die ar­ro­gan­te Hal­tung der „zi­vi­li­sier­ten Eu­ro­pä­er“auf­wei- chen, ver­band mit star­ker Hand gro­ße Bil­der zu ei­nem stim­mi­gen Gan­zen. Die­ses Jahr wid­met er sich dem The­ma Ko­lo­nia­lis­mus aus ei­ner an­de­ren Per­spek­ti­ve, der des Ro­mans „Von al­ten Men­schen, den Din­gen, die vor­über­ge­hen“. Lou­is Cou­perus hat ihn 1906, sechs Jah­re nach „Die stil­le Kraft“, ge­schrie­ben als psy­cho­lo­gi­sches Sit­ten­ge­mäl­de. Er er­zählt von ei­nem in Nie­der­län­disch-In­di­en be­gan­ge­nen Mord, der noch Jahr­zehn­te spä­ter ei­nen zer­stö­re­ri­schen Ein­fluss auf die in Den Haag le­ben­den, über 90-jäh­ri­gen Ot­ti­lie und Tak­ma hat.

Neue Spiel­stät­te: Bis En­de 2015 war die Koh­len­misch­hal­le Au­gus­te Vic­to­ria in Marl

noch in Be­trieb

FOTO: RAG MONTAN IM­MO­BI­LI­EN

Die Koh­len­misch­hal­le der Ze­che Au­gus­te Vic­to­ria in Marl ist ein neu­er Spiel­ort der Ruhr­tri­en­na­le.

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