Gei­sel in Köln statt beim Schüt­zen­fest

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF UND BIR­GIT WANNINGER

Rund um die Kir­mes dis­ku­tier­ten die Düs­sel­dor­fer das Feh­len des Ober­bür­ger­meis­ters bei der In­ves­ti­tur des Schüt­zen­kö­nigs. Gei­sel hat­te früh­zei­tig er­klärt, dass er zu wich­ti­gen Tref­fen mit Amts­kol­le­gen müs­se.

Das Bild ist gu­te Tra­di­ti­on, hat die­ses Jahr aber ei­nen Schön­heits­feh­ler: Zur In­ves­ti­tur des Schüt­zen­kö­nigs las­sen sich die Re­prä­sen­tan­ten des St. Se­bas­tia­nus Schüt­zen­ver­eins mit dem je­wei­li­gen Ober­bür­ger­meis­ter am Fens­ter des Rat­hau­ses fo­to­gra­fie­ren. Aus­ge­rech­net im Ju­bi­lä­ums-Jahr des Ver­eins aber fehl­te Ver­wal­tungs­chef Tho­mas Gei­sel. Kö­nig Andre­as-Paul Stie­ber, der auch für die CDU im Stadt­rat sitzt, fei­er­te sei­ne In­ves­ti­tur am Sams­tag mit Bür­ger­meis­te­rin Klau­dia Ze­p­unt­ke (SPD). Zahl­rei­che Schüt­zen kom­men­tier­ten dies am Sams­tag mit Miss­fal­len­s­tö­nen und Buh-Ru­fen. Sie dis­ku­tier­ten ges­tern im­mer noch dar­über, oh­ne die Grün­de zu ken­nen.

Denn Gei­sel fehl­te ent­schul­digt. Er hat­te be­reits im Vor­feld des Fests Schüt­zen­chef Lothar In­den per­sön­lich und mit ei­nem Schrei­ben in­for­miert. Er wer­de al­le Ter­mi­ne des Schüt­zen­fests von den Got­tes­diens­ten bis zum Se­nio­ren­nach­mit­tag ger­ne wahr­neh­men, nur am 16. Ju­li kön­ne er nicht da­bei sein. Er ha­be Tref­fen mit sei­nem Aa­che­ner Amts­kol­le­gen Mar­cel Phil­ipp beim Pfer­de­sport-Tur­nier CHIO und mit der Köl­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin Hen­ri­et­te Re­ker am Ran­de der „Köl­ner Lich­ter“ver­ein­bart. In den Ge­sprä­chen stan­den die re­gio­na­le Zu­sam­men­ar­beit und die Me­tro­pol­re­gi­on Rhein­land im Mit­tel­punkt. Dass Re­ker in der ver­gan­ge­nen Wo­che für ei­ne ver­tief­te Zu­sam­men­ar­beit Düs­sel­dorfs und Kölns ge­wor­ben hat­te, war nicht An­lass für das Ge- spräch, der Ter­min war schon zu­vor ver­ab­re­det wor­den. „Das war schon vor drei Mo­na­ten klar“, sagt Gei­sel. Das gel­te auch für den Aa­che­ner Ter­min, „auf den sich be­son­ders mei­ne Kin­der ge­freut ha­ben“, er­gänzt Gei­sel.

Der OB glaubt an ein Miss­ver­ständ­nis. Er sei er doch im­mer für die Schüt­zen da. Ver­gan­ge­ne Wo­che ver­lieh er in Ben­rath noch abends um 22.30 Uhr Or­den. Er neh­me al­le Ter­mi­ne wahr, die er zu­ge­sagt ha­be, er­klärt er ges­tern vor der Pa­ra­de. Schüt­zen­chef In­den stimm­te ihm da­bei zu. Es müs­se wohl ein in­ter­nes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem ge­ge­ben ha­ben, sag­te In­den. Denn bei der of­fi­zi­el­len Ein­la­dung zur In­ves­ti­tur stand der Rat­haus­chef noch auf dem Pro­gramm. Schüt­zen­Spre­cher Wolf­gang Os­in­ski er­klär­te, er ha­be von dem Fern­blei­ben Gei­sels erst am Frei­tag er­fah­ren.

Das Ver­hält­nis zwi­schen Gei­sel und In­den gilt als schwie­rig, ob­wohl sie sich du­zen. Beim Schüt­zen­fest vor zwei Jah­ren war Gei­sel be­reits ge­wähl­ter Ober­bür­ger­meis­ter, hat­te das Amt aber noch nicht von Dirk El­bers über­nom­men. In­den igno­rier­te Gei­sel des­halb bei den fest­li­chen An­läs­sen bei Ein­la­dun­gen und Be­grü­ßun­gen. Nach dem An­schlag von Niz­za hat­te Gei­sel am Frei­tag an­ge­regt, das für den Abend ge­plan­te Feu­er­werk zur Kir­mes ab­zu­sa­gen. In­den aber woll­te es als Pro­gramm­punkt bei­be­hal­ten und setz­te sich durch.

Zu­min­dest ei­ne Be­tei­lig­te konn­te dem Vor­fall et­was Gu­tes ab­ge­win­nen. Sie wä­re ger­ne auch nächs­tes Jahr wie­der bei der In­ves­ti­tur da­bei, sag­te Bür­ger­meis­te­rin Ze­p­unt­ke.

Grup­pen­bild oh­ne OB (v. l.): Gäs­te­kö­nig Al­bert Rit­ter, Bür­ger­meis­te­rin Klau­dia Ze­p­unt­ke, Schüt­zen­oberst Gün­ther Pan­nen­be­cker, Schüt­zen­kö­nig Andre­as-Paul Stie­ber, Wolf­gang Voll­mer (2. Chef der Se­bas­tia­ner) und Schüt­zen­chef Lothar In­den

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