He­cke kurz, Un­kraut bleibt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON DENISA RICH­TERS

An der Opitz­stra­ße wur­de der Wild­wuchs nur teil­wei­se be­sei­tigt.

Na, das kann man promp­te Re­ak­ti­on nen­nen: Kaum hat­te un­se­re Re­dak­ti­on Les­er­fo­tos ver­öf­fent­licht, die zei­gen, wo in der Stadt sich der Wild­wuchs un­kon­trol­liert breit­macht, hat das Gar­ten­amt zu ei­ni­gen die­ser Stel­len Mit­ar­bei­ter los­ge­schickt. So auch an die Opitz­stra­ße in Mör­sen­broich, wo Le­ser Jür­gen Seitz vor dem Stadt­wohn­heim do­ku­men­tiert hat­te, dass die He­cke weit in den Geh­weg hin­ein­rag­te und aus den Plat­ten mun­ter das wil­de Grün sprieß­te. Das sei schon vor ei­nem Jahr so ge­we­sen, be­ton­te Seitz, erst nach In­ter­ve­nie­ren bei der Be­zirks­ver­tre­tung 6 sei da­mals ein Trupp des Gar­ten­amts an­ge­rückt und ha­be für Ord­nung ge­sorgt.

Die­sen Som­mer bot sich wie­der das glei­che Bild – bis kurz nach der Ver­öf­fent­li­chung des Fotos die Stadt ih­re Gärtner schick­te. „Die ha­ben wohl Rheinische Post ge­le­sen“, ver­mu­tet Jür­gen Seitz und stellt zu sei­ner gro­ßen Über­ra­schung fest, dass die Gärtner nur die He­cke kapp­ten, und auch da nur den un­te­ren Teil. Das aus al­len Rit­zen des Bür­ger­steigs mun­ter sprie­ßen­de Un­kraut blieb je­doch ste­hen und kann jetzt un­be­schat­tet so­gar noch mun­te­rer wach­sen.

Wie kann das sein? Un­se­re Re­dak­ti­on frag­te beim Gar­ten­amt nach – und er­hielt ei­ne ver­wal­tungs­in­tern plau­si­ble, aber von au­ßen nur schwer nach­zu­voll­zie­hen­de Er­klä­rung. Das Gar­ten­amt sei näm­lich an die­ser Stel­le nur für den Schnitt der He­cke zu­stän­dig. „Die Be­sei­ti­gung der Spon­tan­ve­ge­ta­ti­on be­zie­hungs­wei­se Fu­gen­ve­ge­ta­ti­on liegt in der Zu­stän­dig­keit der Awis­ta, das ist kei­ne Auf­ga­be des Gar­ten­am­tes“, teil­te Sil­ke Wie­b­rock vom Gar­ten­amt mit. Sol­che ex­ter­nen Ver­ga­ben von städ­ti­schen Di­enst­leis­tun­gen hat­te auch schon die Ge­werk­schaft Ver­di kri­ti­siert: Ei­ne Re­du­zie­rung des ei­ge­nen Per­so­nals und die Fremd­ver­ga­be von Leis­tun­gen könn­ten nur zu Wild­wuchs füh­ren.

Vor­her: die Opitz­stra­ße am 9. Ju­li. Die He­cke ragt weit in den Geh­weg, aus den Rit­zen quillt der Wild­wuchs.

LE­SER­FO­TO: SEITZ

Nach­her: die Opitz­stra­ße am 20. Ju­li. Die He­cke ist be­schnit­ten, der Rit­zen­Wild­wuchs ist noch da.

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