„Ge­räu­sche“sol­len Brand­stif­tung be­foh­len ha­ben

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Sechs Mo­na­te nach dem ver­hee­ren­den Brand in ei­ner Reit­hal­le, die zu Jah­res­an­fang in Kor­schen­broich in Flam­men auf­ging, wird ab Don­ners­tag beim Land­ge­richt ge­gen ei­nen 38-Jäh­ri­gen ver­han­delt. Dem Mann, der als psy­chisch krank gilt, droht kei­ne Haft­stra­fe, son­dern die dau­er­haf­te Un­ter­brin­gung in ei­ner ge­schlos­se­nen Psych­ia­trie-Kli­nik. Laut Gut­ach­ten gilt er als ge­mein­ge­fähr­lich, weil auf­grund sei­ner Krank­heit wei­te­re Straf­ta­ten von ihm zu be­fürch­ten sei­en.

Nachts, als er nicht schla­fen konn­te, ha­be er Ge­räu­sche ge­hört. Die hät­ten ihm ge­sagt, dass er zu je­ner Reit­hal­le ge­hen müs­se. Das Ge­län­de kann­te der 38-Jäh­ri­ge bes­tens. Als Kind hat­te er einst dort Reit­un­ter­richt ge­nom­men, doch den da­ma­li­gen Be­trei­ber ha­be er „nicht ge­mocht“. Al­lein des­halb ha­be er die Hal­le in je­ner Ja­nu­ar­nacht nie­der­bren­nen wol­len, doch der Plan schei­ter­te zu­nächst. Trotz mi­nu­ten­lan­ger Be­mü­hun­gen ge­lang es dem 38-Jäh­ri­gen laut Ge­ständ­nis nicht, die Holz­kon­struk­ti­on in Brand zu set­zen. Al­so ha­be er im rück­wär­ti­gen Heu­la­ger et­li­che dort ge­sta­pel­te Bal­len an­ge­zün­det, sei dann wie­der nach Hau­se ge­gan­gen. Erst Ta­ge da­nach ha­be er sich noch mal zum Tat­ort ge­wagt, an- geb­lich, um den Er­mitt­lern dort ei­ne Spur zu hin­ter­las­sen, die spä­ter zu ihm füh­ren wür­de. Doch an­hand von Vi­deo­auf­nah­men, die ei­ne Über­wa­chungs­ka­me­ra in der Brand­nacht auf­ge­zeich­net hat­te, war die Po­li­zei schon längst auf sei­ner Fähr­te. Zu­mal das Feu­er nicht nur rund 30 Heu­bal­len vernichtet, son­dern doch noch auf die Hal­le über­ge­grif­fen hat­te, die da­durch er­heb­lich be­schä­digt wur­de.

Bei sei­ner zwei­ten Vi­si­te wur­de der 38-Jäh­ri­ge so­fort ge­fasst und vor­läu­fig in ei­ner psych­ia­tri­schen Kli­nik un­ter­ge­bracht. Dort soll er nach An­trag der Staats­an­walt­schaft jetzt dau­er­haft blei­ben. Ein Gut­ach­ter kam zu dem Er­geb­nis, dass der Mann bei der Brand­stif­tung an der Reit­hal­le we­gen Schi­zo­phre­nie und Ver­fol­gungs­wahn nicht schuld­fä­hig war. Ju­ris­tisch kann er da­her nicht für die Tat be­langt wer­den. Al­ler­dings sei zu be­fürch­ten, dass von dem 38-Jäh­ri­gen krank­heits­be­dingt auch künf­tig ähn­lich schwe­re Straf­ta­ten zu er­war­ten sei­en, so der Sach­ver­stän­di­ge wei­ter. Weil von die­sem Psych­ia­trie-Pa­ti­en­ten ei­ne Ge­fahr für die All­ge­mein­heit aus­ge­he, soll das Ge­richt ihn jetzt dau­er­haft in ei­ner Kli­nik un­ter­brin­gen, for­dert die Staats­an­walt­schaft. Ein Ur­teil wird am 28. Ju­li er­war­tet.

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